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Der medizinische Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe, Prof. Dr. Michael Geißler, hat sich in der Sendung "SWR Sport in Baden-Württemberg" für eine Verschiebung der Sommerspiele ausgesprochen.

Der Druck auf das Internationale Olympische Kommitee und Japan wächst. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie rückt nun Gastgeber Japan immer stärker von Olympischen Spielen in diesem Sommer ab. "Wir sind nicht so blöd, die Olympischen Spiele wie geplant auszutragen", sagte Yoshiro Mori, Präsident des Organisationskomitees von Tokio 2020, auf einer Pressekonferenz. Trotz allem soll der Fackellauf in Fukushima am Donnerstag wie geplant beginnen. Prof. Dr. Michael Geißler, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe, hält eine Verschiebung der Spiele für sinnvoll, alles andere sei "völlig inakzeptabel".

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In Bezug auf den Profi-Fußball und andere Massenveranstaltungen kann es nach Ansicht von Michael Geißler noch mehrere Monate dauern, "bis die Pandemie wirklich sicher zurückgedrängt ist." Geisterspiele seien sicher anders zu bewerten, "aber akut in den nächsten zwei bis vier Wochen sehe ich das auch noch nicht."

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IOC-Präsident Thomas Bach hat sich unterdessen in einer persönlichen Mail an die Athletinnen und Athleten in aller Welt gewandt und an ihr Gemeinschaftsgefühl appelliert. In dem Schreiben warb der 66-Jährige um Verständnis für die schwierige Entscheidung, die Olympischen Spiele vom 24. Juli bis 9. August 2020 in Tokio möglicherweise verschieben zu müssen. "In dieser beispiellosen Krise sind wir alle vereint", schrieb Bach. Der IOC-Chef zeigte sich sehr besorgt darüber, was die Corona-Pandemie dem Leben der Menschen antue. "Menschenleben haben Vorrang vor allem, auch vor der Durchführung der Spiele. Das IOC will Teil dieser Lösung sein."

Man sei mit allen Partnern, den japanischen Organisatoren und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im ständigen Austausch. "Wir arbeiten sehr hart, und wir sind zuversichtlich, dass wir diese Gespräche innerhalb der nächsten vier Wochen abgeschlossen haben werden." Aufgrund der derzeitige Informationsgrundlage sei eine endgültige Entscheidung über den Olympia-Termin "jetzt noch verfrüht". Und: Eine Absage würde kein Problem lösen und niemandem helfen. "Deshalb steht sie nicht auf unserer Tagesordnung."

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