IMAGO  Pressefoto Baumann (Foto: imago images, SWR, Hanna Klein / LAV Stadtwerke Tübingen jubelt, 5000m Männer Finale: Marcel Fehr / LG Filstal)

Leichtathletik | Olympia

Warum Olympia ein Läuferpaar trennt

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Es ist wohl der Traum eines jeden Sportlers, einmal bei den Olympischen Spielen zu starten. Auch für Marcel Fehr und Hanna Klein. Dafür trainieren die beiden seit Jahren gemeinsam - als Paar. Doch der Traum von Tokio ging für sie nur zur Hälfte in Erfüllung.

Seit neun Jahren sind die beiden Läufer nicht nur auf der Bahn, sondern auch privat ein Paar. Beide haben nationale und internationale Erfolge über die Mittel- und Langstrecken gefeiert und beide wollten Anfang August in Tokio starten.

Marcel wurde nicht nominiert

Doch aus diesem Traum wird nichts. Das "Ticket to Tokio" konnte sich nur Hanna sichern - sie geht über die 1.500 Meter an den Start - für ihren Freund Marcel hat es nicht gereicht. "Ich wusste vor meinem letzten Rennen, dass es brutal schwierig wird", sagt der 29-Jährige "aber wenn es dann nochmal schwarz auf weiß ist, ist man natürlich traurig. Deswegen hab ich da schon ein bisschen dran zu knabbern gehabt. Wäre gelogen wenn nicht".

Eine Saison mit Verletzungssorgen

Sportlich lief die Saison für ihn nicht rund. Muskuläre Probleme und eine Zerrung an der Oberschenkelrückseite ließen den Olympia-Traum platzen. Und zwar nicht nur seinen, sondern auch den seiner Partnerin: "Das war schon ein großer Traum von uns, beide zu Olympia zu fahren", so die 28-Jährige, die für die LAV Stadtwerke Tübingen startet. Für ihren Freund ist Hannas Olympia-Teilnahme aber ein kleiner Trost: "Es wär' schlimm, wenn es bei ihr auch nicht geklappt hätte und wir zusammen einfach traurig wären und nicht hinfahren können. So kann man sich gegenseitig auch im Positiven nach oben ziehen."

Marcel hat jetzt ein neues Ziel

So zieht Marcel seine Motivation aktuell aus dem Olympia-Start seiner Freundin. Und er hat ein neues Ziel: Hanna bestmöglich auf ihre ersten Spiele vorzubereiten. Beim gemeinsamen Training spielt er gerne den "Tempomacher" und gibt seiner Freundin auch psychischen Halt, wenn sie mal von Selbstzweifeln gepackt wird. Vor Ort in Tokio wird Marcel Hanna dann aber nicht mehr unterstützen können, zumindest nicht live. Vor dem Fernseher wird er seine Freundin aber aus Deutschland anfeuern und das sei auch gar nicht so schlecht, sagt er, denn immerhin würde er, aufgrund der strengen Hygienemaßnahmen, dort mehr mitbekommen als in Tokio.

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