Manuel Faißt, Julian Schmid und Vinzent Geiger bei der Siegerehrung des Team-Wettkampfes bei den Olympischen Spielen, bei denen sie Silber gewonnen haben. (Foto: IMAGO, imago images/Laci Perenyi)

Olympia

Kombinierer um Faißt gewinnen Team-Silber: So feiert die Familie in Baiersbronn

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Nicole Schmitt, SID

Die deutschen Nordischen Kombinierer haben Silber im Team-Wettbewerb gewonnen. Manuel Faißt, Julian Schmid, Eric Frenzel und Vinzenz Geiger mussten am Donnerstag nur Norwegen den Vortritt lassen. In Faißts Heimat Baiersbronn knallten die Korken.

Am frühen Nachmittag ist der Jubel in der Vereinsgaststätte beim SV Baiersbronn groß. Hier, wo eigentlich die Fußballer zusammen kommen, liegen sich heute die Ski-Fans in den Armen. Genauer gesagt: Familienmitglieder, Freunde und Weggefährten von Kombinierer Manuel Faißt, der gerade die Silbermedaille im Team-Wettbewerb gewonnen hat. Mitten drin unter den gut 20 Feierwütigen: Mama Andrea, die es noch gar nicht so richtig fassen kann. "Ein Traum für uns als Familie, für ihn als Sportler. Es gibt nichts Höheres als zum einen den Start bei der Olympiade, beziehungsweise dann noch eine Medaille mit nach Hause zu nehmen. Das ist absolut der Wahnsinn."

Wahnsinn vor allem auch deshalb, weil der 29-jährige Schwarzwälder eigentlich gar nicht für die Olympischen Spiele nominiert worden war. Erst vergangene Woche erfuhr Faißt, dass er für den mit Corona infizierten Terence Weber nachrücken und nach Peking reisen dürfe. Kurz nach seiner Ankunft überraschte Faißt dann alle, als er sich im Einzel auf einen sehr starken, wenn auch bei Olympia enttäuschenden, vierten Platz kämpfte. Heute, in der Team-Staffel, sollte es dann aber endlich klappen mit der ersten Olympischen Medaille.

Faißt beginnt stark, Frenzel bricht ein

Und der Wettkampf begann vielversprechend. Beim Springen zeigten sowohl Nachrücker Manuel Faißt, als auch Vinzenz Geiger, Julian Schmid und der frisch aus seiner Quarantäne zurückgekehrte Eric Frenzel eine überzeugende Leistung. Damit ging das DSV-Team auf Platz drei elf Sekunden nach den führenden Österreichern und drei Sekunden nach Norwegen in die Loipe. Als Startläufer knüpfte Faißt an seine gute Form im Einzel an und übergab in Führung liegend auf seinen Team-Kollegen Schmid. Der konnte ebenfalls gut mit seinen Kokurrenten auf der Strecke mithalten und schickte Frenzel aussichtsreich ins Rennen. Der hatte den Start mit der Staffel nur drei Tage nach der Entlassung aus der Quarantäne gewagt, auch weil die Ärzte grünes Licht gegeben hatten. Auf der Strecke waren dem 33-Jährigen die Strapazen aber anzusehen. Frenzel verlor viel Zeit und musste im Ziel behandelt werden. Am Ende durfte er sich bei Schlussläufer Geiger bedanken, der deutlich hinter Norwegen den Sprint um Silber gegen Japan gewann. "Eric ist wieder ganz normal auf. Er musste sehr viel alleine laufen, die anderen haben ein sehr hohes Tempo angeschlagen. Das hat ihm natürlich auch sehr geschadet", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch in der ARD.

Baiersbronn feiert Faißts erste Olympia-Medaille

Weinbuch freute sich am Ende aber natürlich genauso über die Silbermedaille wie die Faißt-Fans im Schwarzwald. Auch wenn der ein oder die andere zwischenzeitlich sogar schon mit Gold geliebäugelt hatte. Für Manuel Faißt und seine ganze Familie dürfte sich seine erste Olympische Medaille ziemlich goldig anfühlen. Denn eigentlich wäre der Schwarzwälder ja gar nicht dabei gewesen. Dann hätte er den Wettkampf seiner Teamkollegen vielleicht auch in der Vereinsgaststätte beim SV Baiersbronn verfolgt. Ob dann aber genauso viel Sekt geflossen wäre, ist fraglich.

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