Ski-Ass Kira Weidle hat eine Olympia-Medaille knapp verpasst.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Robert Michael)

Olympia | Ski alpin

Keine Olympia-Medaille für Kira Weidle

STAND
REDAKTEUR/IN

Ski-Ass Kira Weidle hat eine Olympia-Medaille knapp verpasst. Selbst der Berg bekam die Enttäuschung, der in Stuttgart geborenen Athletin, zu spüren.

Ihr lauter Frust-Schrei hallte durch die Zieleinfahrt am Xiaohaituo Mountain. Die deutsche Alpin-Hoffnung Kira Weidle versteckte ihre Enttäuschung über die verpasste Abfahrts-Medaille bei den Olympischen Winterspielen am Dienstag nicht. Statt der erhofften grünen Eins leuchtete auf der Anzeigetafel im Zielraum die rote Vier auf. "Es ist so bitter. Die Enttäuschung ist erstmal groß", sagte die 25-Jährige nach ihrem geplatzten Traum und kämpfte mit den Tränen.

Gerade mal 14 Hundertstelsekunden fehlten beim Sieg der Schweizerin Corinne Suter zur Medaille. Ihr Mittel, um Frust abzubauen? "Der Berg muss heute einfach mal einen Schrei aushalten." Den Olympiasieg in der Königsdisziplin holte sich Weltmeisterin Suter mit 0,16 Sekunden Vorsprung vor der angeschlagenen Speed-Dominatorin Sofia Goggia.

Dabei schienen die Chancen auf einen Podest-Platz für Weidle selten so groß zu sein. Goggia war angeschlagen, Mitfavortin Breezy Johnson aus den USA fehlte verletzungsbedingt. Auch die Form der Deutschen sprach durchaus für sie: erst der zweite Platz zuletzt beim Weltcup in Zauchensee, dann die starken Trainingsleistungen auf der Olympia-Piste. "Aber Training ist Training. Rennen ist Rennen", hatte Weidle noch am Vortag gesagt. Sie sollte Recht behalten.

Schwäbische Wurzeln - bayerisches Zuhause

Die Eltern von Kira Weidle kommen aus dem Raum Stuttgart, sie selbst ist dort geboren. Mit vier Jahren zog die Familie kurz nach Nordrhein-Westfalen, bevor sie sich in Starnberg in Bayern niederließ. Ihr Skilehrer in der dortigen Skischule, Matthias Pohlus, erinnerte sich im Gespräch mit SWR Sport an eine sehr zielstrebige junge Skifahrerin: "Was sie auch auszeichnet war einfach, dass sie sehr früh wusste, wohin sie will und was sie dafür tun muss." Sie habe außerdem schon früh Wichtiges von Unwichtigem trennen können, so der damalige Trainer vom SC Starnberg.

Ihre Weggefährten aus Starnberg beschreiben sie als sehr mutig: Beispielsweise als sie mit elf Jahren und etwa 100 km/h den Hang einer Skisprungschanze auf Skiern runterraste: "Natürlich hatten alle Respekt. Aber Kira ging voran, ist runtergekommen und stand unten und das erste, was sie sagte: 'Wow, das war so krass, das will ich sofort nochmal machen'", so der ehemalige Trainer.

Mentaltraining hat Weidle geholfen

Nach ihrer sensationelle Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr waren die Erwartungen an den Olympia-Winter sehr hoch. Als die Ergebnisse sich dann nicht sofort einstellten, verkrampfte sie - der Kopf. Sie habe "zu knabbern" gehabt, sagte Alpin-Chef Maier. Zudem hatte Weidle Probleme mit der Rolle als deutsche Einzelkämpferin im Speed. Jedes schwächere Ergebnis wiege nun schwerer, sagte sie damals. Damit habe sie lernen müssen, umzugehen. Geholfen habe weiteres Mentaltraining in der Weihnachtspause. In Zauchensee hatte sie endlich wieder "richtig Spaß" am Skifahren. Und der Spaß ist für die 25-Jährige der Schlüssel zum Erfolg - auch ohne Olympia-Medaille.

Hinterzarten

Olympia | Skispringen Skispringer Stephan Leyhe holt erste Olympia-Medaille für Baden-Württemberg

Stephan Leyhe (Hinterzarten) hat beim Mannschaftsspringen von der Großschanze Olympia-Bronze gewonnen. Der 30-Jährige war erst kurz vor dem Wettkampf nominiert worden.  mehr...

Albstadt

Ski-Freestyle | Olympia "Close Contact" bei Olympia: So erlebt Freestylerin Emma Weiß ihre Isolation

Die Ski-Freestylerin Emma Weiß wurde in Peking positiv auf Corona getestet. Mittlerweile wird sie bei Olympia als "Close Contact" geführt. Die 22-Jährige erzählt, was das für sie ohne großes Team im Hintergrund bedeutet.  mehr...

STAND
REDAKTEUR/IN

Mehr Sport

London

Tennis | Wimbledon Sensationslauf geht weiter: Maria im Wimbledon-Viertelfinale

Tatjana Maria schafft beim Rasen-Klassiker in Wimbledon die nächste Sensation. Erstmals in ihrer Karriere steht sie bei einem Grand Slam im Viertelfinale. Im Moment des Erfolgs denkt sie auch an ihre Kinder.  mehr...

London

Achtelfinaleinzug in Wimbledon Tatjana Maria: Die Mama mit dem nervenden Schlag

Tatjana Maria ist Mutter von zwei Töchtern und eine extrem gute Rasenspielerin. In Wimbledon zog sie ins Achtelfinale ein - erstmals in ihrer Karriere.  mehr...

Wimbledon

Tennis | Wimbledon Riesenerfolg in Wimbledon: Tatjana Maria erstmals im Achtelfinale

Tennisspielerin Tatjana Maria hat eine große Überraschung geschafft und ist beim Rasen-Klassiker in Wimbledon erstmals ins Achtelfinale eingezogen.  mehr...