Karate-Weltmeister Jonathan Horne. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Olympia | Karate

Jetzt oder nie: Karate-Weltmeister Horne und die einmalige Gold-Chance

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Karate ist zum ersten und letzten Mal im Olympia-Programm - für Weltmeister Jonathan Horne aus Kaiserslautern heißt das: Es gibt nur diese eine Chance, Gold für die Ewigkeit zu gewinnen.

Jonathan Horne ist ein Mann der Gegenwart. Kein Blick in die Vergangenheit, keiner in die ferne Zukunft. Sein Fokus gilt einzig und allein dem, was er unmittelbar beeinflussen kann. "Ich lebe im Jetzt und Hier", sagte der Karate-Weltmeister aus Kaiserslautern vor dem wichtigsten Wettkampf seiner Karriere.

Inspiration durch Bruce Lee und Jackie Chan

Von Ablenkung hält er nichts. Nur der Samstag zählt. Denn es gibt nur diesen Samstag. Danach hat Horne keine Chance mehr auf Olympiagold. Karate ist in Japan, dem Mutterland der Sportart, zum ersten und vorerst auch letzten Mal olympisch. Und der siebenmalige Europa- und amtierende Weltmeister Horne (32) ist im berühmten Kampfsport-Tempel Nippon Budokan in der Klasse über 75 kg ein Top-Favorit auf Gold. "Für mich", sagt er, "wäre das die Kirsche auf der Sahne, das Non-Plus-Ultra", kurzum: der Höhepunkt einer Karriere, die er im Alter von fünf Jahren begann - inspiriert von den Legenden und Filmhelden Bruce Lee und Jackie Chan.

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"Kein Kindergeburtstag"

Um seinen Gold-Traum weiterzuleben, muss Horne zunächst die Gruppe überstehen, in der fünf Kämpfer gegeneinander antreten. Danach geht es für die zwei Besten der beiden Pools im Halbfinale um den Einzug ins Gold-Duell. "Das ist hier kein Kindergeburtstag", sagt Horne. Doch auch das soll ihn nicht irritieren. "Ich versuche, mich auf mich selbst zu fokussieren und das zu machen, was mir guttut. Wenn es dann nicht gereicht hat, war der andere einfach besser."

Kampf für mehr Sichtbarkeit

Im sogenannten Kumite, dem Freikampf, geht es für Horne aber auch um mehr als den Olympiasieg. Er will seinen Sport, der in Deutschland völlig unter dem Radar fliegt, wenigstens dieses eine Mal bestmöglich auf der Weltbühne präsentieren - im Idealfall mit dem goldenen Happy End für ihn. "Die Hoffnung ist da", sagt Horne, "dass dadurch möglicherweise ein Umdenken eintritt." Er und die anderen deutschen Karateka wünschen sich das sehnlichst.

Unverständnis über einmaligen Olympia-Auftritt

Warum sein Sport bereits vor dem ersten Kampf in Japan für Paris 2024 schon wieder aus dem Programm gestrichen wurde, weiß auch der Weltmeister nicht: "Uns wurde auch nicht gesagt, warum", sagte er. Sein Unverständnis über die frühzeitig verwehrte Bewährungschance spricht aus jeder Silbe. Für "Jonny", wie sie ihn alle nennen, machen Werte wie "Respekt, Selbstdisziplin, Höflichkeit, Eigenantrieb und Selbstbehauptung" die Faszination von Karate aus. Gelingt es ihm, neben seiner besten Leistung auch diese Botschaft erfolgreich zu präsentieren, dann lohnt sich vielleicht sogar für den Mann der Gegenwart ein Blick in die Zukunft.

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