Bernd Mayländer (Foto: imago images, imago images/Motorsport Images)

Motorsport | Formel 1

Horrorcrash in Bahrain: Aufatmen auch bei Mayländer

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Der Schorndorfer Bernd Mayländer hat als Safety-Car-Fahrer der Formel 1 den Horrorcrash in Bahrain miterlebt. Gegenüber SWR Sport erzählt er, dass solche Tage auch nach 20 Berufsjahren nicht spurlos vorüber gehen.

Wir erwischen Bernd Mayländer am Tag nach dem Horrorunfall im Hotel in Bahrain. Der Renntag war lang, Mayländer lässt es zum Wochenstart langsam angehen. "Ich war gerade mal am Pool, alle sind so ein bisschen ruhiger", berichtet er aus der "Bubble". Keiner ist abgereist, denn auch am nächsten Wochenende wird im Wüstenstaat gefahren. Abstand zu diesem besonderen WM-Lauf gibt es also nicht wirklich. "Wir sind alle so viel Profi, dass wir damit umgehen müssen. Wir haben ja schon andere schlimme Unfälle erlebt". Was sich erst einmal nach "business as usual" anhört, ist Teil der Verarbeitung. Dazu gehört auch die Rückkehr auf die Strecke, Mitte der Woche. Bei der Streckenbegehung noch einmal dort zu sein, wo alles passiert ist, aber eben auch dort, wo am Ende alles gerade noch einmal gut gegangen ist.

"Das Wochenende bleibt einem im Gedächtnis!"

Als das Unglück am Sonntag in Bahrain passiert, will Bernd Mayländer gerade mit seinem "Safety-Car" seine Position am Ende der Boxengasse einnehmen. Aber dann kommt die rote Ampel. Rennstopp. Mayländer sieht Rauch. Erst auf den Bildschirmen kann er dann auch das Feuer, das zerrissene, brennende Auto sehen, aus dem Roman Grosjean herausspringt: "Da ist man erst mal beruhigt, weil man weiß ganz einfach, dass er ansprechbar ist, sich bewegt."

Die erste Erleichterung ist auch in der Boxengase bei allen Beteiligten zu spüren. Auch Mayländer steigt aus seinem Auto aus, holt sich etwas zu trinken. "Da hat man schon in den Gesichtern die Erleichterung gesehen, dass er [Grosjean] so rausgekommen ist." Das war der erste Schritt der gemeinsamen Verarbeitung. Der zweite Schritt war dann direkt danach die Wiederaufnahme des Rennens.

Mayländer: "Das ist eine Ausnahmesituation!"

Natürlich fährt im Rennsport immer die Gefahr mit. Aber es gibt eben Dinge, die sind auch in der Formel 1 nicht selbstverständlich. Diesen Unfall schadlos, oder nur mit leichten Verletzungen zu überstehen zum Beispiel. "Es hat gestern glücklicherweise alles optimal funktioniert", reflektiert Mayländer die Sicherheitsmaßnahmen. Die Nachbesprechungen im Team laufen. Jeder geht anders mit der Situation um erzählt der 49-Jährige und verweist auf Rennarzt Dr. Ian Roberts, der auch im "normalen" Leben als Unfallarzt tätig ist. "Die Ärzte gehen damit natürlich anders um als ich zum Beispiel". Und das, obwohl Mayländer in seinen 20 Jahren als Safety-Car-Fahrer viele schwere Unfälle miterlebt hat. "Das gestern war schon nochmal eine ganze andere Situation", sagt er, macht ein kurze Pause und es wirkt einen Moment lang, als habe er die Bilder von Bahrain wieder im Kopf. "Da waren wir alle sehr, sehr froh als wir gestern nach Hause gegangen sind und alles war gut!"

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