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Niklas Kaul vom USC Mainz ist in die Olympiasaison eingestiegen - die Form des Zehnkampf-Weltmeisters stimmt. In Tokio hofft er erneut auf einen Coup.

"Ich bin sehr zufrieden", sagte der Zehnkampf-Weltmeister über seinen Saisoneinstieg. Nur die "erste Hürde übe ich noch ein bisschen", sagte Kaul - und lachte. Doch die Form des Goldjungen von Doha auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio (23. Julis bis 8. August) stimmt.

Die Form stimmt

Trotz des Wacklers am ersten Hindernis legte Kaul bei seinem Comeback in Frankfurt/Main 14,60 Sekunden über die 110-Meter-Hürden hin - nur fünf Hundertstelsekunden über seiner Bestzeit. Außerdem gelangen ihm 45,12 Meter mit dem Diskus und 7,19 Meter im Weitsprung, alles Werte, die Kaul nach einem harten Winter mit all der Plackerei im Training Hoffnung machen. Zumal die "Beine noch schwer" sind und er "alles mit langen Hosen gemacht" hat, um bei kühlem Wetter "kein Risiko" einzugehen.

Deshalb verzichtete er auch auf den Start über die 200 Meter. Auch so weiß Kaul nach seinem ersten Freiluft-Wettkampf seit dem Goldcoup von 2019 und der Ellenbogen-Operation vor neun Monaten: Er ist in Form vor dem ersten Zehnkampf Ende Mai in Götzis/Österreich.

An den Schwächen arbeiten

"Seit Herbst ist bei mir kein Training mehr ausgefallen", sagte Kaul. Mit seinen Eltern, die ihn auch trainieren, feilte er an Stärken und Schwächen. Von einer Corona-Infektion oder einer Quarantäne ist der jüngste Zehnkampf-Weltmeister der Geschichte verschont geblieben, auch eine erste Impfdosis hat er bereits erhalten.

Trainiert wird nur im engsten Kreis, unter anderem mit der ehemaligen Vizeweltmeisterin im Siebenkampf, Caroline Schäfer. Natürlich auch mit Abstandsregeln und Hygienevorgaben, das Trainingslager in der Sonne fiel aus. Wir haben versucht, so wenig wie möglich zu reisen, um das Risiko zu minimieren", sagte Kaul, der im Studium derzeit etwas kürzer tritt. Schließlich hat Kaul in diesem Jahr ein ganz großes Ziel: Tokio.

Auch wenn die Spiele wegen Corona in Japan anders werden, Olympia ist eben Olympia. Und Kaul rechnet sich einiges aus. "Kevin Mayer, der Weltrekordler, ist weiter der Topfavorit. Wenn er fit ist, wird er Olympiasieger", sagte Kaul. Dahinter sieht er sich wie vier andere Athleten als Jäger, die "die restlichen zwei Medaillen unter sich ausmachen."

"Jeder muss erst einmal ins Ziel kommen"

Doch dann folgte das große Aber. "Jeder muss erst einmal ins Ziel kommen", sagte Kaul. Und das gelang Mayer, dem 9126-Punkte-Mann aus Frankreich, bei der EM 2018 und der WM 2019 bekanntlich nicht.

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