Malaika Mihambo (Foto: imago images, imago images/Chai v.d. Laage)

Leichtathletik | Europameisterschaft

EM-Hoffnung Malaika Mihambo: Starke Konkurrenz, große Motivation

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Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im polnischen Torún (05.03. - 07.03.) gehört Malaika Mihambo als Weltmeisterin natürlich zu den Favoritinnen im Weitsprung. Zuschauer werden auch in Polen nicht dabei sein.

Die Hallen-Europameisterschaften sind der krönende Abschluss der Hallensaison. Einer Hallensaison, die komplett unter dem Einfluss der Pandemie stand. Einer Saison, die aber auch ein wichtiger Baustein auf dem Weg nach Olympia in Tokio ist.

EM-Medaille im Visier, Olympische Spiele im (Hinter-)Kopf

"Hier werden Leistungsspitzen gesetzt", erklärt Weltmeisterin Mihambo gegenüber SWR Sport. "Diese sind entscheidend, wenn man maximale Leistung im Sommer bei den Olympischen Spielen bringen will." Maximale Leistung für den maximalen Erfolg.

"Der Gedanke an Wettkämpfe mit jubelnden Zuschauern ist ein schöner und erinnert mich an die 'alten' Zeiten vor der Pandemie."

Der Traum von Olympia-Gold lebt. Die Austragung der Olympischen Spiele ist nach wie vor nicht endgültig gesichert. Trotzdem denken die Organisatoren in Tokio laut über Zuschauer nach. "Der Gedanke an Wettkämpfe mit jubelnden Zuschauern ist ein schöner und erinnert mich an die 'alten' Zeiten vor der Pandemie", sagt Mihambo.

Olympia nicht um jeden Preis

Aber sie ist eben auch Realistin. Eine, die beschäftigt, was machbar ist. Nach "Olympia um jeden Preis" klingt es bei der Kurpfälzerin absolut nicht: "Wenn die Spiele stattfinden, dann sollten sie für alle so sicher sein, dass mit guten Hygienekonzepten die Infektionsgefahr minimiert werden kann", wirft sie ein, auch als Grundlage für die Zulassung von Zuschauern. Dass sich dann "sicher ganz viele Sportler freuen würden", ist auch für Mihambo unbestritten.

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Frei machen vom Druck und befreit Springen

Malaika Mihambo reist als drittbeste Europäerin dieser Hallensaison nach Torún. In der breiten Öffentlichkeit bleibt sie natürlich die Weltmeisterin. Also sind die Erwartungen von Außen an sie hoch. Und die eigenen? Typisch Mihambo ist ihre Antwort die reflektierte Variante: "Mein erster Anspruch an mich selbst ist es, mich zunächst frei zu machen von inneren und äußeren Erwartungen."

Natürlich klingt auch da die eigene Medaillenhoffnung durch. Im Spitzensport ein Muss. Aber wer sich an den Auftritt bei der WM in Doha 2019 erinnert, der erinnert sich an eine fast meditierende Malaika Mihambo zwischen den einzelnen Durchgängen. An erstaunte Zuschauer im Stadion und am Fernseher. An Eine, die im großen Trubel ihre Ruhe fand und zu Gold sprang. "Frei machen" heißt nichts anderes, als dass sie sich in "diese Ausgangslage versetzen will", denn erst dann, so erklärt sie SWR Sport, "kann ich mein Bestes geben und hoffentlich auch mein Potenzial zeigen".

"Meine bisherige Hallensaison-Bestleistung steigern und im starken Umfeld sehr gut platzieren."

Ihre bisherige Hallensaisonbestleistung sind 6,77 Meter. Nach der verletzungsbedingten Absage von Titelverteidigerin Ivana Spanovic aus Serbien bleibt das Feld stark, der Weg zu einer Medaille ist hart. Nähert sich Mihambo aber ihrer persönlichen Hallenbestleistung von 7,07 Metern, dann dürfte es auch für die Top zwei der Weltjahresbestenliste schwer werden. Aktuell aber stehen zumindest die Italienerin Iapichino (6,91) und die Schwedin Sagnia (6,82) noch vor der Athletin der LG Kurpfalz. Eine Herausforderung, die die Weltmeisterin angriffslustig annimmt: "Ich werde auf jeden Fall gefordert, was mich noch mehr motivieren wird, mein Bestes zu geben."

Kein Doppelstart bei der EM

Einen Doppelstart mit Sprint gibt es für Mihambo bei der EM nicht. "Dafür habe ich in diesem Winter nicht viel investiert", erklärt sie. Voller Fokus also auf den Sprung, und das Zurückfinden in den langen Anlauf. Ein Doppelstart in Tokio bleibt trotzdem im Hinterkopf. Denn wenn die Geschwindigkeit wie zuletzt wieder stimmt, "dann bin ich zuversichtlich für die 100 Meter draußen". Alles hat eben seine Zeit. Und Malaika Mihambo gönnt sich den Luxus, sich die Zeit zu nehmen, wenn die Zeit reif ist. Hat bisher ja auch ganz gut geklappt.

Tübingen

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