Leichtathletin Malaika Mihambo (Foto: imago images, IMAGO / Beautiful Sports)

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Mihambo vor Saisonstart: "Bin dieselbe Malaika geblieben"

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Am 8. Mai startet Olympiasiegern Malaika Mihambo in die neue Saison. Beim Läufermeeting in Pliezhausen freut sie sich vor allem auf die Unterstützung des Publikums. Im Sommer stehen sowohl die Welt- als auch Europameisterschaft an.

Bevor mit der WM in Eugene und der Heim-EM in München zwei absolute Highlights auf die Heidelbergerin warten, startet Mihambo am 8. Mai in Pliezhausen in die Saison. Im Interview mit SWR Sport äußert sich die Weitsprung-Olympiasiegerin zu ihrer Hallensaison, dem anstehenden Doppel aus WM und EM und ihrer persönlichen Entwicklung. Außerdem findet die 28-Jährige nachdenkliche Worte für die Menschen im Krieg in der Ukraine.

SWR Sport: Malaika Mihambo, wie ist Ihre Verfassung eine Woche vor dem Saisonstart in Pliezhausen?

Malaika Mihambo: Das Training läuft sehr gut und ich habe nach der Hallensaison auch schon zwei Trainingslager absolviert. Zunächst war ich als Anfängerin in Balderschwang auf Langlaufskiern unterwegs und habe dort das Grundlagen-Ausdauer-Training durchgeführt. Derzeit befinde ich mich noch im Trainingslager in Belek an der türkischen Riviera. Wir trainieren hier leichtathletikspezifisch Richtung Weitsprung.

SWR Sport: Wie sind Sie denn mit Ihrer kurzen Hallensaison zufrieden?

Malaika Mihambo: Mit nur drei Wettkämpfen, der Weltjahresbestleistung von 6,96 Metern und der besten Meisterschaftsleistung seit 27 Jahren in Leipzig mit 6,81 Metern war meine Hallensaison sehr gut.

SWR Sport: Die Hallen-WM in Belgrad haben Sie ja ausgelassen. Die Leistungen dort haben Sie aber trotzdem beobachtet. Was sagen Sie zu Ihrer Konkurrenz?

Malaika Mihambo: Ivana Vuleta (Anm d. Red.: ehemals Spanovic) hat mit 7,06 Metern ein starkes Ergebnis geliefert. Die Ergebnisse waren solide wie erwartet, Ausreißer gab es keine. Man muss dabei bedenken, unter welchen Umständen die WM stattgefunden hat. Vor allem für die Europäer war es sehr schwierig.

SWR Sport: Sie denken dabei an den Krieg in der Ukraine?

Malaika Mihambo: Ja, dieser Krieg begleitet mich, nimmt mich innerlich mit. Ich bin in Gedanken bei den Menschen in der Ukraine. Man kann sich kaum vorstellen, was die ukrainischen Athleten fühlen. Vielleicht hat es sie aber auch besonders motiviert, wie bei Yaroslava Machuchikh (Hochsprung-Weltmeisterin) oder Maryna Bekh- Romanchuk (Dreisprung-Vize-Weltmeisterin) zu sehen war.

SWR Sport: Sie sind Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin sowie dreimalige Sportlerin des Jahres in Deutschland – haben Sie das Gefühl, dass der Sport und die Erfolge Sie verändert haben?

Malaika Mihambo: Ich bin dieselbe Malaika geblieben, die ich schon immer war. Ich bin gut wie ich bin, egal ob ich Olympiasiegerin bin oder Niederlagen einstecke.

SWR Sport: Sportlich haben Sie alles erreicht. Woher nehmen Sie Ihre Motivation für Ihre weitere Karriere?

Malaika Mihambo: Es geht mir weniger um Weiten, Leistungen und Erfolge als um die Verbesserung und Weiterentwicklungen meiner Bewegungsabläufe. Ich möchte als Athlet und als Mensch wachsen. Das treibt mich tagtäglich an.

SWR Sport: Training, Trainingslager und Wettkämpfe füllen Sie stark aus. Was machen Sie als Ausgleich zum Sport?

Malaika Mihambo: Die Meditation ist mir immer noch sehr wichtig. Dann konzentriere ich mich auf mein Studium der Umweltwissenschaften und zur Zeit lerne ich Spanisch. Nur fürs Klavierspielen habe ich momentan leider wenig Zeit.

SWR Sport: 2022 steht eine besondere Saison an. Die WM und die EM finden im Juli und August innerhalb von vier Wochen statt. Ist das nicht eine extrem hohe Anforderung und worauf legen Sie den Fokus?

Malaika Mihambo: Ich freue mich auf die Saison. Wir hatten 2016 mit Olympischen Spielen und Europameisterschaften schon einmal zwei Großereignisse in einem Jahr. Ich freue mich sowohl auf die WM in Eugene als auch auf die EM in München. Aber mein Herz schlägt doch sehr stark für die Heim-EM in München. So eine Heim-EM hat einen ganz besonderen Stellenwert für mich. Die Unterstützung vom heimischen Publikum ist etwas ganz Besonderes.

SWR Sport: Ihren Saisoneinstand feiern Sie, wie im Vorjahr, im Schönbuchstadion in Pliezhausen. Welche Erinnerungen haben Sie daran und was erwarten Sie?

Malaika Mihambo: Im Vorjahr bin ich bei den „Krummen Strecken“ in Pliezhausen 150 und 300 Meter gelaufen. Die 150 liegen mir recht gut, die 300 Meter waren sehr hart. Man hat in diesem Jahr für mich speziell die 80 Meter in das Programm genommen. Für eine Weitspringerin ist das aber noch immer eine Überdistanz, denn normal ist mein Anlauf 40 Meter lang. Im letzten Jahr durften ja noch keine Zuschauer ins Stadion, dennoch war die Atmosphäre sehr schön, und nächste Woche freue ich mich auf einen Wettkampf vor Publikum.

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