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Fabienne Königstein von der MTG Mannheim will bei den Olympischen Spielen in Tokio im Marathon an den Start gehen. Von Corona lässt sie sich diesen Traum nicht verderben.

Aufstehen und laufen, essen und laufen, wieder essen, wieder laufen, essen und schlafen: So sehen die intensiven Tage für Fabienne Königstein in den kommenden sechs Wochen aus. Mit ihrer Frankfurter Trainingsgruppe, in der auch die 3000m Hindernis-Läuferin Gesa-Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) ist, reist sie, Corona zum Trotz, ins Höhentrainingslager nach Kenia. Natürlich gibt es angesichts der weltweiten Pandemie viele fragende Blicke, wenn sie das erzählt. "Viele haben bei Afrika und Kenia gleich die Slums im Kopf mit dem schlechten Gesundheitssystem und wenig Hygiene", sagt die 28-Jährige. "Aber wir sind in den Bergen in einem kleinen Dorf", versucht sie auch die Sorge ihrer Mutter und Oma daheim zu nehmen. Ihr Ehemann Karsten ist da entspannter, er kennt die Gegend und weiß, dass das Örtchen Iten weit weg von Großstadt und Gefahr ist.

Vorfreude auf Sonne und Mango und Hoffnung auf Olympia

In diesem Sommer ist Fabienne Königstein in die Trainingsgruppe von Wolfgang Heinig nach Frankfurt gewechselt. Der ehemalige Langstrecken-Bundestrainer hat unter anderen Gesa-Felicitas Krause zu WM-Bronze (2019 in Doha) geführt. Königstein trainiert inzwischen sowohl in gemeinsamen Einheiten in Frankfurt als auch mit Trainingsplan daheim in Mannheim. In Kenia beginnt jetzt die Vorbereitung für die Olympia-Qualifikations-Wettbewerbe im Frühjahr. In der Höhe können gezieltere Grundlagenreize gesetzt werden und somit effektiver trainiert werden. Auch wenn die verschobenen olympischen Spiele erst Ende Juli 2021 in Tokio stattfinden sollen, im Hier und Jetzt wird die Basis für die Traumerfüllung gelegt. Worauf sie sich in Kenia besonders freut? "Auf Sonne und die frischen Mangos", sagt Königstein und strahlt. Es sind auch die kleinen Dinge, die sie im Großen mit mehr Vorfreude als Sorge nach Kenia aufbrechen lassen.

"Auch ein Läufer ist ein Profisportler, auch das ist ein Full-time Job!"

Fabienne Königstein

Bei der EM 2018 in Berlin war Königstein, damals, vor ihrer Heirat noch unter dem Namen Amrhein, als 11. beste Deutsche im Feld. 2019 warf sie eine Verletzung zurück. Im Februar dieses Jahres beendete sie ihr Studium der Molekularen Biowissenschaften mit dem Master. Um sich jetzt vollumfänglich dem Sport zu widmen. Als Profi-Sportlerin. Marathonläufe sind in diesem Corona-Jahr komplett ausgefallen. Aber im Oktober nahm sie an der Halbmarathon-WM teil, gewann mit der Mannschaft Bronze in Polen. Eine kleine Entschädigung für ein sonderbares Athletenjahr, aber eine große Motivation für mehr.

Ihre Sponsoren haben trotz der Corona-Krise Verträge verlängert. Dazu kommt die Unterstützung der MTG Mannheim und der Spitzensportförderung. "Ich bin noch in einer guten Situation", bringt sie es auf den Punkt. Auch deswegen kann sie jetzt das Höhentrainingslager in Kenia absolvieren.

Nebenbei wird sie auch dort ihrer Arbeit in der Athletenvertung nachgehen können. Königstein engagiert sich bei "Athleten Deutschland e.V., dem Verein, der sich für die Bedürfnisse von Spitzensportlern in Deutschland einsetzt. Aktuell ist Königstein Teil einer Arbeitsgruppe, die sich speziell um die Bedürfnisse von Frauen im Spitzensport kümmert. Das kann sie natürlich auch von Kenia aus weiter machen. Bei Sonnenschein und einer frischen Mango. Dem Internet sei Dank.

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