Kai Kazmirek (Foto: IMAGO, imago1012316619h)

Leichtathletik-WM in den USA

Messen mit den Besten: Zehnkämpfer Kai Kazmirek freut sich auf WM-Einsatz

STAND
AUTOR/IN
Désirée Krause

Bei der Leichtathletik-WM in Eugene will Zehnkämpfer Kai Kazmirek nochmal unter die Top 8, bevor er so langsam beginnt über die Sportlerrente nachzudenken.

Die Vorfreude auf die WM ist groß bei Kai Kazmirek. Als SWR Sport mit ihm spricht, ist er noch im sogenannten "Pre-Camp" in Santa Barbara/USA und kennt die Eindrücke der Weltmeisterschaft selbst nur aus dem Fernsehen: "Die Stimmung soll sehr gut sein, die Zuschauer sind abends voll mit dabei", sagt er. Das deutsche Zehnkampf-Team sei gut gelaunt und freut sich auf die WM - vor allem Kazmirek selbst. "Ich performe, um gegen die besten Athleten der Welt anzutreten und das schaffe ich natürlich nur bei Weltmeisterschaften." Kai Kazmirek freut sich in diesem Leichtathletik-Jahr auch auf das nächste Großevent, die European Championships in München im August, "aber größeren Stellenwert hat für mich die Weltmeisterschaft", erklärt er.

Bronze-Wiederholung ist unwahrscheinlich

Kazmirek ist mit 31 Jahren der Senior im deutschen Zehnkämpfer-Team. Zwar sagt er selbst, dass er immer noch ein gutes Leistungsvermögen hat, aber daran, dass er an seine WM-Bronzemedaille von 2017 rankommt, glaubt er nicht wirklich: "Nichts ist unmöglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch sehr gering." Das Ziel für die Weltmeisterschaft ist ein Platz in den Top 8. "Und wenn die Rahmenbedingungen stimmen, also wenn wir jetzt nicht extremen Gegenwind haben oder extrem starken Regen, dann 8350 Punkte." Seine bisherige Saisonbestleistung liegt bei 8272 Punkten.

Bald Sportlerrente für Kazmirek?

Wenn am Samstag und Sonntag die zehn Disziplinen anstehen, ist es - wie immer für die Zehnkämpfer - primär erstmal wichtig, den Wettkampf ohne Verletzungen durchziehen zu können. Kai Kazmirek fühlt sich bereit, sagt, dass er startklar ist und performen kann.

Hier und da zwickt es aber trotzdem. Die Füße und der Rücken tun weh - aber er kennt es nicht anders: "Als Zehnkämpfer gibts immer irgendwo irgendwelche Probleme", schmunzelt er. Trotzdem gehen die Gedanken so langsam in Richtung Ruhestand: "Ich habe jetzt ein Alter erreicht, wo man so langsam darüber nachdenken sollte, ob man nicht in Zehnkampf- oder Sportlerrente gehen sollte. Ich habe im Moment noch ein gutes Leistungsvermögen, aber nicht mehr das, was ich mit 24 oder 25 hatte." Gedanken um Nachfolger muss sich Kazmirek nicht machen, der deutsche Zehnkampf-Nachwuchs ist bestens bestückt, allen voran natürlich mit dem Weltmeister von 2019, Niklas Kaul. Aber noch ist auch Kai Kazmirek da - und will bei der WM nochmal zeigen, was er auch mit 31 noch drauf hat.

STAND
AUTOR/IN
Désirée Krause

Mehr Sport

Mainz

Leichtathletik | European Championships Zehnkämpfer Niklas Kaul geht mit großem Ambitionen in die Heim-EM

Nach Platz sechs bei der WM in Eugene ist Zehnkämpfer Niklas Kaul heiß auf die Heim-EM. In München will der 24-Jährige noch einmal nachlegen.  mehr...

Neckarsulm

Countdown läuft Fußball-WM in Katar: Weniger Sponsoren für Public Viewing-Veranstaltungen

Wenn in knapp 100 Tagen die Fußball-WM in Katar beginnt, ist bei uns Winter. Ein Public Viewing in Biergärten oder auf Marktplätzen könnte ungemütlich werden. Den Eventmanagern macht nicht nur der Winter, sondern auch das schlechte Image der WM zu schaffen.  mehr...

Ulm

Leichtathletik EM: Der letzte Zehnkampf des Ulmers Arthur Abele

Arthur Abele ist 2018 sensationell Europameister im Zehnkampf geworden. Am Montag tritt er als Titelverteidiger ein letztes Mal an - nach einer Schulter-OP, ohne Wettkampfpraxis und im Alter von 36 Jahren.  mehr...

SWR4 BW aus dem Studio Ulm SWR4 BW aus dem Studio Ulm