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Speerwurf-Star Johannes Vetter scheitert ausgerechnet kurz vor Olympia erstmals in der Saison an der 90-Meter-Marke. Trotz des Sieges ist der Ärger bei der deutschen Medaillenhoffnung von der LG Offenburg groß.

"Beschissen" - mit einem Wort brachte Johannes Vetter seine Meinung auf den Punkt. Stockend und sichtlich bemüht, seinen Ärger zu kontrollieren, ließ der Speerwurf-Star seinen Frust dann aber doch raus. "Ich bin sehr enttäuscht. Die Organisatoren haben mal wieder beste Arbeit geleistet, einen beschissenen Belag zu entwerfen, auf dem man sich die Beine gut brechen kann", wetterte Vetter am "Sky"-Mikrofon, nachdem er erstmals in dieser Saison die 90 Meter verpasst hatte. Die Laune der deutschen Medaillenhoffnung hat kurz vor Olympia einen Tiefpunkt erreicht.

"Das ist alles andere als professionell"

Schuld daran sind laut Vetter die Organisatoren des Diamond-League-Meetings im britischen Gateshead. "Das ist alles andere als professionell und ärgert mich einfach nur", sagte Vetter im TV-Interview und teilte wenig später auf Instagram noch einmal in Richtung Diamond League aus: "IHR erwartet professionelle und außergewöhnliche Leistungen und Ergebnisse, aber versagt dabei, angemessene Bedingungen dafür bereitzustellen, peinlich!"

Dem TV-Diktat geschuldet?

Verletzungsrisiko durch eine "super rutschige Bahn" sowie eine "lächerliche Wartezeit" vor dem letzten Versuch, "nur um die TV-Sender zufriedenzustellen" - unter besagten Bedingungen landete Vetters Speer nach sieben Wettkämpfen mit Weiten jenseits der 90 Meter letztendlich bei 85,25 Metern.

Für Vetter waren seine Top-Weite des Tages plus der 18. Sieg in Serie kein wirklicher Trost. Immerhin liegt sein letzter Erfolg mit einer ähnlichen Weite schon ein paar Monate zurück. Im Februar sicherte sich der 28-Jährige mit 87,27 Metern bei einem Meeting in Offenburg den ersten Platz. Mit Beginn der eigentlichen Wettkampfsaison folgte ab April dann ein 90-Meter-Wurf nach dem anderen, den Weltrekord stets im Blick (98,48 Meter) und mit der Weltjahresbestleistung (96,29 Meter) als bisherigem Höhepunkt.

Ziel: Olympisches Gold

Denn wenn es nach dem Offenburger geht, kommt in Tokio (23. Juli bis 8. August) die Goldmedaille dazu - die Weite aus Gateshead soll davor nicht stehen bleiben.

"Da hole ich mir die Goldmedaille"

Am Freitag will Vetter bei einem Wettkampf in Thum "noch einmal Vollgas" geben und gab am Dienstag im TV selbstbewusst das Ziel aus: "Da knacke ich noch einmal die 90 Meter, das prophezeie ich hier und jetzt." Mit einem "sehr guten Gefühl" fahre er dann nach Tokio, und "da hole ich mir die Goldmedaille".

In Thum soll der Belag kein Problem mehr sein. Mit der englischen Stadt ist das Speerwurf-Ass hingegen fertig: "Das war das erste und letzte Mal hier in Gateshead." Eine kleine Hintertür für ein Wiedersehen ließ er dann aber doch offen. Sein Meeting-Preisgeld sei vielleicht "besser in eine neue Bahn investiert", schrieb Vetter auf Instagram: "Nur mit einem ordentlichen Belag werde ich mir überlegen, zurückzukommen."

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