STAND
AUTOR/IN

Die Leichtathletik findet langsam den Weg zurück zur Normalität. Am Wochenende finden die deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund statt. Dort will Gesa Felicitas Krause angreifen.

3.000-Meter Hindernis, das ist die Paradedisziplin von Gesa Krause. Diese wird es bei den anstehenden deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund allerdings gar nicht geben. Krause muss die Strecke ohne Hindernisse laufen, wird über 3.000 Meter antreten. Die Läuferin vom Verein Silvesterlauf Trier freut sich, dass es überhaupt endlich wieder Wettkämpfe gibt. Und will in Dortmund abliefern.

"Die ewige Zweite"

"Bei Meisterschaften geht es immer um den Sieg, das ist klar und das werde ich auch versuchen. Aber ich bin im Moment einfach sehr positiv mit meiner Einstellung für die Wettkämpfe. Ich will gute Wettkämpfe absolvieren, ich will gute Zeiten laufen, ich will mich einfach in den jeweiligen Rennen der jeweiligen Herausforderung stellen", sagt Krause zu ihrer Herangehensweise für diese Meisterschaften. Sie selbst bezeichnet sich als "die ewige Zweite" bei den deutschen Hallenmeisterschaften: "Schon in junge Jahren, bei den Jugendmeisterschaften, bin ich immer Zweite geworden und auch bei den Erwachsenen hatte ich oft das Nachsehen." 2015 in Karlsruhe holte sie zuletzt den Titel in der Halle, dafür 2017, 2018 und 2019 jeweils Rang zwei.

Über eine Renntaktik habe sie sich noch keine Gedanken gemacht. Wichtig sei es, das Rennen lesen zu können und dann das Beste daraus zu machen. "Am Ende gibt es zwei Optionen: Entweder man hat eine sehr gute Zeit - also wenn man eine Bestzeit läuft, kann man sich keinen Vorwurf machen. Oder man hat eine sehr gute Platzierung. Und das ist natürlich zumindest der Wille, dort gewinnen zu wollen. Von daher ist das die Herangehensweise."

Keine Zuschauer in Dortmund dabei

Ihr Rennen am Wochenende wird vor leeren Rängen stattfinden. Zuschauer sind in der Dortmunder Halle nicht erlaubt. Für Gesa Krause, die aus der Euphorie der Ränge auch immer wieder Kraft zieht, sehr schade. Sie liebt das Publikum. "Ich muss aber auch gestehen, dass es in der Halle nicht ganz so sehr auffällt, wie draußen", sagt sie. In großen Stadien spüre man es deutlicher, wenn keine Zuschauer dabei wären. In der Halle könne man durch Akustik, Hallensprecher und Musik mehr Stimmung erzeugen, als bei Freiluft-Wettbewerben. "Das ersetzt natürlich nichts und ich finde es sehr schade, dass Zuschauer nach wie vor nicht zugelassen werden", so Krause. Sie hat aber große Hoffnung, dass das zum Sommer hin wieder anders wird und ist momentan vor allem dankbar, überhaupt Wettkämpfe machen zu können. Nach diesem ersten Schritt sei der nächste dann die Rückkehr der Zuschauer.

Olympische Spiele als Jahreshöhepunkt

Gesa Krause ist schon gut drauf, aber noch nicht in ihrer Topform, sagt sie: "Ich hoffe und ich glaube, dass da auf jeden Fall noch mehr kommt in diesem Jahr." Wettkämpfe gab es wenige und die Hürdenläuferin will Schritt für Schritt gehen. Das sei für sie auch ganz normal: "Ich bin jemand, der sich langsam aufbaut, um dann irgendwann einen Kracher zu zünden." Diesen Kracher würde sie gerne beim absoluten Höhepunkt im Sommer zünden, bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Krause glaubt daran, dass das Mega-Event stattfinden kann. Allerdings war das auch im letzten Jahr schon so - im Sommer sei sie dann in ein emotionales Loch gefallen. Trotzdem sei ihr innerer Glaube jetzt sehr groß und daraus schöpfe sie die Kraft, die sie täglich antreibt. "Ich mache das, was ich tue, mit Begeisterung, mit Freude, mit Leidenschaft", so Krause. Sie glaubt, dass sich all die Kraft, die sie in ihren Weg steckt, am Ende auszahlen wird. Trotzdem sei die Ungewissheit für alle präsent.

Eine Medaille bei den Olympischen Spielen ist der Lebenstraum der 28-Jährigen. Sie hofft auf die Chance, ihn sich dieses Jahr erfüllen zu können. Aber auch wenn die Spiele in Tokio nicht stattfinden können, ist der Traum nicht geplatzt, sondern nur verschoben. Denn was ihre Karriereplanung angeht, weiß Gesa Krause eines sicher: "Ein Karriereende vor 2024 wird nicht in Erwägung gezogen."

STAND
AUTOR/IN