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Langstreckenläuferin Alina Reh von der Schwäbischen Alb hatte für dieses Jahr eigentlich die Olympischen Spiele in Tokio im Visier. Aktuell ist die Austragung wegen der Coronakrise mehr als fraglich. SWR Sport hat mit der 22-Jährigen kurz vor dem Rückflug aus dem Trainingslager in Südafrika gesprochen.

Alina, wie gehts es Ihnen und wo erwischen wir Sie denn gerade?

"In Johannesburg am Flughafen. Körperlich geht es mir gut, Training lief auch gut und ich hoffe, dass ich gesund nach Hause komme."

Stand der Rückflug denn auf der Kippe?

"Ja. Geflogen wären wir eigentlich erst am Mittwoch in einer Woche am 25. März. Und umbuchen konnten wir nicht mehr. Deswegen haben wir einen komplett neuen Rückflug gebucht. Ich werde jetzt über Dubai nach Düsseldorf fliegen."

Klingt nicht so angenehm, wenn man nicht weiß, wann und überhaupt man nach Europa einreisen darf.

"Auf jeden Fall. Es war ziemlich chaotisch die letzten Tage bei uns im Verband. Weil man einfach versucht hat die Athleten, wir waren fast 60 im Trainingslager in Südafrika, schnellstmöglich nach Deutschland zu bringen. Deshalb hat man jetzt auch alle in die Flieger verteilt und hofft, dass alle heimkommen."

Wie kann man sich bei all der Aufregung noch auf das Training konzentrieren?

"Das war kein Problem. Ich habe versucht, das Corona-Thema auszublenden. Mir macht das Laufen ja Spaß und deshalb war es für mich nicht so schlimm."

Wie gehen denn die Südafrikaner mit der Corona-Krise um?

"Wir waren in Dullstroom. Das ist ein Durchfahrtsort zwischen Johannesburg und dem Krüger Nationalpark. Da ist eigentlich nur am Wochenende was los, wenn die Touristen kommen. Es gibt einige Cafés und einen kleinen Supermarkt. Ich glaube, dass die Leute da nicht wissen, was gerade abgeht in der Welt."

"Dafür Sie umso besser. Die Austragung der Olympischen Sommerspiele steht auf der Kippe - ein Karriere-Highlight für Sie."

"Ich habe immer noch die Hoffnung, dass sie stattfinden. Und ich werde mich weiter darauf vorbereiten. Ich träume schon lange von den Olympischen Spielen. Würden sie nicht stattfinden, wäre ich schon traurig, aber ich denke es gibt deutlich Schlimmeres. Ich laufe trotzdem täglich sehr gerne, auch wenn das große Ziel Olympia nicht stattfinden sollte."

Wie geht's in der nächsten Zeit für Sie weiter?

"Das Training geht ganz normal weiter. Das dritte Höhentrainingslager Mitte April in Südafrika wird wahrscheinlich abgesagt werden. Vielleicht ergibt sich was bei meinem neuen Trainer in Berlin. Vorerst gehe ich nach Laichingen zurück und werde mich da im Wald verkriechen und da meine Runden drehen."

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