Speerwerfer Andreas Hofmann (Foto: Imago, Jan Huebner/Peters)

Speerwerfen | European Championships Andreas Hofmann holt Silber, Thomas Röhler Gold

Nach seinem Titel bei der Deutschen Meisterschaft im Juli hat Speerwerfer Andreas Hofmann aus Waghäusel Silber bei den European Championships gewonnen. Gold ging an Thomas Röhler.

Thomas Röhler sprang nach seinem EM-Gold jubelnd in den Wassergraben, der sonst so ruhige Speer-Olympiasieger war nicht mehr zu halten. Der gebürtige Heidelberger Andreas Hofmann verdrückte nach seinem Silber Freudentränen: Mit einem überragenden Doppelsieg sind die deutschen Speerwerfer ihrer Favoritenrolle bei der Heim-EM in Berlin mehr als gerecht geworden - allen voran der neue Europameister Röhler, der mit 89,47 m gewann. Lediglich Weltmeister Johannes Vetter von der LG Offenburg ging von den starken deutschen Speerwerfern leer aus und kam auf Rang fünf (83,27).

Speerwurf-Party in Berlin

Die Zuschauer im Berliner Olympiastadion feierten dennoch die erhoffte Gold-Party, gemeinsam gingen Röhler und Hofmann auf ihre Ehrenrunde. Für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) waren es die Medaillen sechs und sieben der Titelkämpfe. Nach Röhlers Olympiasieg 2016 und dem WM-Gold von Vetter 2017 ging am Donnerstagabend auch der letzte große internationale Titel nach Deutschland. Zudem krönte sich Röhler zum ersten deutschen Europameister seit Klaus Tafelmeier vor 32 Jahren in Stuttgart. Bronze holte hinter Hofmann (87,60) der Este Magnus Kirt mit 85,96 m.

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Sendedatum
Sendezeit
21:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Schon im Vorfeld hatte das Speerfinale versprochen, eines der Highlights der Titelkämpfe zu werden. Auch Silber-Sprinterin Gina Lückenkemper und der Bronzegewinner David Storl hatten dem Showdown der Nummer eins (Vetter), zwei (Hofmann) und drei (Röhler) der Welt entgegengefiebert. "Wir werden da ein gutes Ding über die Bühne bringen", hatte Vetter im Vorfeld erklärt und "volle Attacke" angekündigt - doch nach dem ersten Durchgang führte Kirt vor Hofmann, Röhler fabrizierte zwar den weitesten Wurf, er war allerdings ungültig.

Röhler übertrumpft Hofmann

Doch dann setzten die Deutschen die Duftmarken. Hofmann gelangen 87,60 m, kurz danach verdrängte ihn Röhler mit 88,02 m von der Spitze - und legte dann sogar noch 89,47 m nach. Lediglich Vetter kam nicht richtig in Gang. "Wenn es nicht läuft, dann läuft's nicht. Es ist ein bisschen der Wurm drin", sagte Bundestrainer Boris Obergföll im ZDF.

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Röhler schaffte es nach seinem Olympiasieg erstmals wieder auf das Podest, bei der WM im vergangenen Jahr war er Vierter geworden. Gold ist für den Tüftler, der akribisch jede noch so mögliche kleine Verbesserung sucht, eine weitere Bestätigung. Hofmann, der für die MTG Mannheim startet, etablierte sich mit Silber endgültig als gleichwertig mit den zuvor oft als Duo wahrgenommenen Röhler und Vetter. Schon bei den deutschen Titelkämpfen hatte er seine nationalen Konkurrenten mit Meisterschaftsrekord geschlagen, nun gab es für ihn den größten Erfolg seiner Karriere. "Er hat dieses Jahr einen Lauf", hatte ihm Obergföll schon vor der EM bescheinigt - er sollte recht behalten.

So ehrgeizig die drei Speerwerfer im Wettkampf um den individuellen Erfolg kämpfen, so respektvoll und freundschaftlich gehen sie abseits der Bahn miteinander um. Vor Wettkämpfen treffen sie sich auch einmal zum Kaffee, besprechen Dinge weit abseits des Sports. "Wir können auch mal über Gott und die Welt reden, nicht nur über Speerwurf", sagte Hofmann. Gemeinsam statt Gegeneinander ist eines ihrer Erfolgsgeheimnisse - auch wenn für die Dauer des Wettkampf jeder seinen eigenen individuellen Erfolg will.

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