Niklas Kaul vom USC Mainz (Foto: Imago, Bildbyran)

Leichtathletik | Zehnkampf Niklas Kaul: Mit Apfelbrei auf Medaillenjagd

In einem Jahr beginnen die Olympischen Spiele in Tokio. Der Mainzer Zehnkämpfer Niklas Kaul könnte dort um eine Medaille kämpfen. Früher als gedacht.

Eigentlich wollte Niklas Kaul erst 2024 in Paris bei Olympia dabei sein. Dann wäre er mit 25 Jahren im besten Alter für einen Zehnkämpfer. Jetzt hat er aber als U23-Europameister mit einem überragenden Wettkampf bereits in diesem Jahr die Norm für die Spiele 2020 in Tokio erfüllt.

"Das ist natürlich ein Kindheitstraum"

"Das ist natürlich ein Kindheitstraum, einmal bei Olympischen Spielen teilzunehmen. Und wenn dieser Traum jetzt schon mit 22 Jahren in Erfüllung gehen sollte, wäre das natürlich super", hofft Kaul.

Aktuell die Nummer zwei der Welt

Sein Talent hat Niklas Kaul schon früh aufblitzen lassen. Mit 17 bereits war er Jugend-Weltmeister im Zehnkampf. Ein echter Rohdiamant, der jetzt auf dem besten Weg ist, ein ganz Großer zu werden. Seine Bestleistung hat er in diesem Jahr auf 8572 Punkte gesteigert, damit ist er aktuell die Nummer zwei in der Welt.

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Das hat auch Fachleute wie Ex-Weltrekordler Guido Kratschmer staunen lassen. "Ich war echt überrascht über das Ergebnis. Das hätte ich ihm nicht zugetraut, mit gerade mal 21 Jahren so eine Punktzahl abzuliefern. Das ist schon sensationell", so Kratschmer.

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Mainzer Zehnkampf-Legenden

Der Zehnkampf hat beim USC Mainz eine große Tradition. Kratschmer, aber auch Siggi Wentz, Werner von Moltke, Hans-Joachim Walde oder auch Christian Schenk. Alles entweder Olympiasieger, Europameister, Weltrekordler oder Medaillengewinner. Niklas Kaul könnte der nächste sein, der in diesen exklusiven Kreis stoßen kann. Und das schönste daran - er ist ein echtes Mainzer Eigengewächs und fühlt sich auch so. "Ich bin beim USC seit ich zehn Jahre alt bin und ich kenne jeden, der da so über den Platz läuft. Es macht mir einfach Spaß, jeden Tag da hin zu gehen und das möchte ich nicht missen", erklärt Kaul.

Erst die WM, dann Olympia

Der ganze Verein fiebert regelmäßig zwei Tage lang mit, wenn Kaul seine zehn Disziplinen durchlebt. Vor Olympia 2020 steht aber erstmal die WM 2019 an, im Wüstenstaat Katar. Das wird ein Wettkampf unter klimatischen Extrembedingungen.

Ganz spezielle Ernährung

Vater Michael Kaul und sein Sohn verraten einen speziellen Ernährungstipp: "Im Wettkampf trinkt er Traubensaft rot mit Wasser gemischt und er isst Apfelbrei, so eineinhalb Kilo am Tag", so der Vater, der auch der Heimtrainer seines Sohnes ist. Und der ergänzt mit einem verschmitzten Lächeln: "Wir können im Zehnkampf zwischendurch ja immer nur kleine Sachen essen, die leicht verdaulich sind und trotzdem Energie liefern. Und da bietet sich Babynahrung und Apfelbrei einfach an".

Mit Apfelbrei zur WM-Medaille, warum nicht. Und wenn‘s klappt, dann wird Niklas Kaul sicher die Babynahrung auch in den Reisekoffer für Tokio packen.

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