Niklas Kaul vom USC Mainz (Foto: Imago, Beautiful Sports)

Leichtathletik | Zehnkampf Überragender Niklas Kaul holt Gold bei Junioren-EM

Deutschlands große Zehnkampf-Hoffnung Niklas Kaul hat bei der EM der U23-Junioren im schwedischen Gävle mit einer Glanzvorstellung Gold geholt.

Der 21-jährige Mainzer, der im vergangenen Jahr bei der EM in Berlin als Ersatzmann glänzender Vierter geworden war, setzte sich in einem spannenden Zweikampf mit der persönlichen Bestleistung von 8.572 Punkten vor seinem estnischen Rivalen Johannes Erm (8445) durch. Auch Bronze ging an den DLV. Der Ulmer Manuel Eitel durfte nach 8067 Punkten ebenfalls aufs Treppchen.

Kaul dominiert den Wettkampf

Gegen Niklas Kaul vom USC Mainz war allerdings am Ende der packenden zwei Tage kein Kraut gewachsen. Der Lehramtsstudent lag nach acht Disziplinen noch hinter Erm zurück. Doch mit einem herausragenden Speerwurf auf die U23-EM-Bestweite von 77,36 Meter und dem Sieg in 4:17,63 Minuten über die abschließenden 1.500 Meter hielt Kaul seinen Konkurrenten sicher auf Distanz.

Mit seinen mit 8.572 Punkten überbot Kaul die Norm für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Der Zehnkämpfer reihte sich damit auf dem zweiten Platz der Weltjahresbestenliste der Aktiven ein.

"Ich bin ein glücklicher Mensch und hoffe, dass es in den nächsten Jahren so weiter geht", sagte Kaul, der nicht nur bei der Wüsten-WM vom 27. September bis 6. Oktober in Doha ein Medaillenkandidat ist.

"Niklas hat in Gänze überzeugt", meinte Zehnkampf-Bundestrainer Christopher Hallmann am Montag kurz vor dem Heimflug. "Es hat total Bock gemacht, ihn zu begleiten. Was er geschafft hat, ist in dem Alter exorbitant toll." Der Erfolg in dem EM-Wettkampf sei "teuer und erarbeitet" gewesen, meinte er nach zehn Disziplinen mit wackeligen und schwächeren Momenten sowie einem großartigen Endspurt mit 77,36 Metern im Speerwurf und 4:17,63 Minuten im abschließenden 1500-Meter-Lauf, der zweitbesten Zeit seiner Karriere.

Der Junioren-Weltrekordler und Vierte der Heim-EM 2018 in Berlin bleibt Realist. "Sport ist nicht annähernd planbar und Zehnkampf nicht", sagte Kaul. "Es ist auf jeden Fall noch Luft nach oben." Ob es vielleicht auch eines Tages bis an die magische 9000-Punkte-Grenze herangehen kann? "Der perfekte Zehnkampf ist eine Wunschvorstellung von uns allen, die meistens nicht eintritt."

Auch Kenzel und Reh gewinnen Gold

Ebenfalls Gold für Deutschland hatten zuvor Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre (Leverkusen) mit 5,65 m, Frederik Ruppert (Myhl) über 3000 m Hindernis in 8:44,49 Minuten, Kugelstoßerin Alina Kenzel (Waiblingen) mit 17,94 m und Alina Reh (Ulm) über 10.000 Meter in 31:39,34 Minuten gewonnen.

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