Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz (Foto: Imago, Hartmut Bösener)

Leichtathletik | Weitsprung Malaika Mihambo: Angekommen in der absoluten Weltspitze

Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz präsentiert sich weiter in überragender Verfassung. Mit ihrem nächsten Sieben-Meter-Sprung schnappte die Weitsprung-Europameisterin in Dessau Heike Drechsler sogar den Meetingrekord weg.

Nachdem Malaika Mihambo einfach den Moment ausgekostet hatte, der Applaus irgendwann verhallt war und die ersten Autogramme geschrieben waren, blickte Deutschlands neuer Weitsprung-Star gut drei Monate voraus. "Für eine Medaille bei der Weltmeisterschaft müssen die sieben Meter kommen", sagte die Oftersheimerin und unterstrich damit ihr großes Ziel für die anstehenden Titelkämpfe in Katar (27. September bis 6. Oktober).

"Rom war keine Eintagsfliege"

Und dass Mihambo eben diese magischen sieben Meter liefern kann, zeigte die 25-Jährige nun auch wieder in Dessau. Diesmal segelte Mihambo auf 7,05 Meter - und katapultierte sich damit auf ein ganz neues Niveau. "Ich wollte zeigen, dass der Sprung von Rom keine Eintagsfliege war. Das habe ich geschafft", sagte die Europameisterin von Berlin, nachdem sie nur acht Tage zuvor in der Diamond League mit 7,07 Meter erstmals in den elitären Kreis der Sieben-Meter-Springerinnen aufgenommen worden war.

Das Limit ist noch nicht erreicht

In zwei Wettkämpfen nacheinander die sieben Meter knacken - das gelang seit vier Jahren keiner Europäerin mehr. Zudem schnappte Mihambo in Dessau der großen Heike Drechsler den Meetingrekord weg, die Doppel-Olympiasiegerin war vor 19 Jahren hier 6,77 Meter gesprungen. "Ich habe gemerkt, dass ich gut drauf bin, und wollte die sieben Meter unbedingt erneut knacken. Ich bin sehr zufrieden", sagte Mihambo und unterstrich ihr neues Selbstbewusstsein: "Die Versuche waren gut, aber noch nicht ideal."

Mihambo fliegt weiter als je zuvor

Es könnte in diesem Jahr für die aktuelle Nummer eins der Welt also noch weiter hinausgehen, glaubt Mihambo. Die Umstellung ihres Anlaufs im Frühjahr hat sich jedenfalls "schon jetzt ausgezahlt", sagte sie. Nach einer schwerwiegenden Fußverletzung aus dem Jahr 2017 war Mihambo zuvor zwar schneller angelaufen, aber flacher abgesprungen - um den Körper etwas zu schonen. Mittlerweile kann sie Tempo und Wucht kombinieren. Und fliegt weiter als je zuvor.

Nach Gold bei der Heim-EM reiste Mihambo alleine mehrere Wochen durch Indien und machte unter anderem einen Meditationskurs. Die Erfahrungen helfen ihr auch beim Springen. Mihambo habe zuletzt "schon noch mal an Reife und Selbstbewusstsein gewonnen", sagte ihr Trainer Ralf Weber unlängst der "Süddeutschen Zeitung", ihr sei es "schon wichtig, die Nummer eins in der Welt zu sein. Und das will sie auch bleiben." Mihambos großes Ziel ist die WM in Katar.

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