Leichtathletik-Länderkampf Deutschland - Holland am 27.7.1958 in Nijmwegen: Der Weltklasse-Leichtathlet Heinz Fuetterer (links) übergibt das Staffelholz an Manfred Germar (Foto: SWR, imago/Horstmüller)

Leichtathletik | Historie Weltklasse-Leichtathlet Heinz Fütterer ist tot

In den 1950er Jahren war Heinz Fütterer der "weiße Blitz". Er war der Mann, der Jesse Owens' Weltrekord einstellte. Am Sonntag ist der ehemalige Weltklasse-Sprinter gestorben.

Der frühere Sprint-Star Heinz Fütterer, genannt "Der weiße Blitz", ist tot. Dies bestätigte am Sonntag sein Sohn Marc der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Fütterer starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 87 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit zuhause im badischen Elchesheim-Illingen. Fütterer stellte 1954 den 100-Meter-Weltrekord von Jesse Owens ein, als er in Japan handgestoppte 10,2 Sekunden rannte.

Der gelernte Fischer war trotz des "Wunders von Bern" der deutschen Fußball-Nationalmannschaft um Fritz Walter im gleichen Jahr Deutschlands "Sportler des Jahres". Fütterer war zwischen 1954 und 1958 dreimal Europameister und holte Olympia-Bronze 1956 mit der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel.

Fütterer ging täglich ins hauseigene Fitness-Studio

Noch zu seinem 85. Geburtstag sagte Fütterer im dpa-Interview : "Mir geht's so weit gut." Sein Rezept: Täglich ins hauseigene Fitness-Studio und sein Lebenselixier aus dem Schwarzwald - die Milch. Ein bisschen klagte er dann aber doch: Bei einem Sturz hatte er sich eine Sehne in der Schulter verletzt, da fiel ihm das geliebte Golf schwer.

Noch bis im November hatte der bis ins hohe Alter agile Fütterer Golf gespielt. Zu seinen besten Zeiten hatte er Handicap zwölf, auch das ist aller Ehren wert. Zu seinen Glanzzeiten war Fütterer der schnellste Mann der Welt. Der Leichtathlet vom Karlsruher SC gewann 536 internationale Rennen, blieb von 1953 bis 1955 ungeschlagen und war 1954 Europameister über 100 und 200 Meter. Sein Europarekord über 200 Meter (20,8 Sekunden) hielt über 20 Jahre. Heutige Sprinter können so etwas nicht glauben, aber: Fütterer bestritt meist über 100 Rennen pro Saison.

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Fütterer im Endspurt gegen Jesse Owens

Zum jamaikanischen Superstar und achtmaligen Olympiasieger Usain Bolt hatte Fütterer stets eine klare Meinung: "Ich sag' immer noch: Er ist sauber!" Fast alle Medaillen und Erinnerungsstücke seiner beeindruckenden Karriere sind im Heimatmuseum in Illingen oder bei einer Wanderausstellung zum "Sportler des Jahres" zu sehen. Aber eine Kopie des Ölgemäldes von Hans Borchert für die Hall of Fame-Mitglieder hing in Fütterers Eigenheim unweit des Rheins. Das Bild hat seine Heimatgemeinde mal ihrem bekanntesten Sohn geschenkt.

Jesse Owens, den von den Nazis verhassten Olympia-Helden von Berlin 1936, der 1980 starb, hat Fütterer nur einmal getroffen: Am Rande der Spiele von Melbourne, zu einem Fototermin. Im Heimatmuseum von Illingen steht aber ein Blechspielzeug: Wenn man mit der Kurbel die beiden Sportler auf der Laufbahn antreibt, überholt Fütterer im Endspurt den legendären Amerikaner.

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