Gesa Krause (Foto: SWR, imago/Camera 4)

Leichtathletik | Hindernislauf Gesa Krause und die Quälerei im Traumjob

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Das Leben von Gesa Krause is auf ein Ziel ausgerichtet: Schneller laufen als andere. Dafür muss sie hart trainieren und ihre Ziele sind klar definiert.

Geschwindigkeit: 17,1 Kilometer. Puls: 185. Gesa Krause, die Europameisterin über 3000m-Hindernis, wischt sich noch einmal schnell den Schweiß von der Stirn. Sie weiß, diese Quälerei auf dem Laufband des Sportinstitus in Frankfurt ist eminent wichtig für die weitere Trainingssteuerung.

Die Geschwindigkeit bei diesem Stufen-Test wird kontinuierlich gesteigert, permanent zeichnet der Computer die Herzfrequenz auf, zwischen jeder Laufeinheit zapfen wissenschaftliche Mitarbeiterinnen Blut ab. "Die vielen Kilometer in der Vorbereitung sind mühsam", gibt Gesa Krause am Ende zu. "Es gibt halt Einheiten, die machen Spaß und da kommt auch die Euphorie hoch. Aber es gibt auch Momente und Einheiten, das ist man froh, dass es vorbei ist."

Die Profiläuferin in Diensten von Silvesterlauf Trier lacht. Sie weiß, dass zu diesem Job viel Arbeit gehört – unter Labor-Bedingungen wie hier im Sportinstitut genauso wie anschließend im Trainingslager im warmen Afrika.

Die Ziele sind klar definiert. Nächstes Jahr will Gesa Krause bei der Weltmeisterschaft glänzen – und damit das Drama von London 2017 vergessen machen, als sie in einen Sturz verwickelt und aller Medaillen-Träume beraubt wurde. Ein Jahr später dann lockt erneut das Abenteuer Olympia. Die 26-Jährige richtet ihr ganzes Leben darauf aus. Laufen ist für sie ein Traumjob: "Ich möchte diesen Job noch ein paar Jahre machen, ich möchte damit mein Geld verdienen, ich möchte meine Leidenschaft ausleben und möchte sehen, wie weit mich das bringt. Und das macht mich sehr glücklich!"

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