Speerwerferin Christin Hussong aus Zweibrücken (Foto: Imago, Chai v.d. Laage)

Leichtathletik | Personalie Christin Hussong: 17 Schritte zum großen Wurf

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Christin Hussong ist Deutschlands beste Speerwerferin. Die Europameisterin des LAZ Zweibrücken will jetzt auch bei der Weltmeisterschaft zuschlagen - dank einer außergewöhnlichen Vater-Tochter-Beziehung und außergewöhnlichen Trainingsmethoden.

"Ich bin topfit", sagt Christin Hussong und lächelt. Ihre Ansage für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in drei Wochen in Doha: "Ich will um die Medaillen kämpfen!"

"Bin selbstbewusster und besser geworden"

Das Selbstbewusstsein der 25-Jährigen wirkt in keinster Weise überheblich. Nein, bei ihrer Trainingseinheit in der Leichtathletik-Halle des LAZ Zweibrücken verströmt die Europameisterin des letzten Jahres eine natürliche Aura der Zuversicht. Sie weiß, was sie kann: "Ich bin selbstbewusster geworden, ich bin besser geworden. Klar, steigt da die Erwartung."

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"Alles im Plan! Und sogar mehr…"

Nicht nur bei der Tochter. Auch beim Vater Udo Hussong, der seit fast 20 Jahren ihr Trainer ist. "Die Kurve zeigt nach oben", formuliert der Coach. Damit meint er zwar die Kurve auf seinem Laptop bei der gerade erfolgten Schnellkraft-Messung, aber die Zuversicht Richtung WM ist auch bei Udo Hussong deutlich spürbar. Auf die Frage: "Alles im Plan?" anwortet er lächelnd: "Alles im Plan! Und sogar mehr…"

Es geht um die entscheidenden Schritte

Christin und Udo Hussong arbeiten an diesem Vormittag akribisch eine Einheit nach der anderen ab: Kraft-Übungen wechseln mit Koordinations-Training ab. Und immer wieder zwischendurch: Video-Analyse. "Arm einen Tick weiter runter", ruft der Trainer, als es in mehrmaliger Wiederholung um den Anlauf geht: exakt 17 Schritte auf 28 Metern. "Die entscheidenden Schritte sind die beiden letzten", erklärt Udo Hussong. Jener Teil also, in dem die Anlauf-Energie in Wurf-Geschwindigkeit umgesetzt werden muss. "Das geht innerhalb von Zehntelsekunden. Das muss sitzen."

Christin Hussong trainiert diese Woche sieben Einheiten. Richtung WM werden es sukzessive weniger. Richtung Doha machen Vater und Tochter noch einmal fünf Tage im türkischen Belek Station, um sich an die heißen Temperaturen zu gewöhnen. "Die Nervosität steigt langsam", gibt die 25-jährige Europameisterin ehrlich zu: "Aber ich freue mich drauf. Ich kann sagen: ich bin topfit, mir tut nichts weh, von daher läuft alles gut." Christin Hussong ist ohne Zweifel bereit für den nächsten großen Wurf.

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