Der ehemalige Zehnkämpfer Gudio Kratschmer (Foto: Imago, Sven Simon)

Leichtathletik | Hintergrund Der USC Mainz wird 60 Jahre alt - Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen

Vor 60 Jahren wurde der Universitätssportclub - kurz USC - Mainz gegründet. Er bot den Sportlern die Möglichkeit, neben dem Training auch studieren zu können - damals ein Novum. Der Verein hat viele Stars hervorgebracht, aber neben den Höhen auch Tiefen durchlebt.

Hans Joachim Walde holte die erste Olympiamedaille für den USC Mainz. Der Zehnkämpfer gewann 1964 in Tokio Bronze. Die rheinhessische Kaderschmiede holte noch viele weitere Male Edelmetall.

Dauer

Guido Kratschmer - Weltrekord im USC-Trikot

Eine USC-Legende war auch Guido Kratschmer, Silbermedaillengewinner von Montreal 1976 und ebenfalls Zehnkämpfer. Als er in Moskau 1980 wegen des Olympiaboykotts vieler westlicher Staaten nicht starten durfte, legte er zeitgleich bei einem anderen Wettkampf einen Weltrekord im USC-Trikot hin und demonstrierte, wer der wahre König der Athleten ist.

Olympiagold für den USC Mainz holte Ingrid Mickler-Becker 1972 in München. Sie triumphierte mit der 4 x 100-Meter Staffel. Von sich reden machte auch Uwe Beyer. Der Hammerwerfer holte zwar "nur" Olympiabronze, war aber als Filmstar in der Rolle des Siegfried ein Pop-Idol seiner Zeit.

Birgit Dressels früher Tod als Tiefpunkt des USC Mainz

Doch Beyer ist auch mit einem dunklen Kapitel des USC Mainz verbunden. Denn nach der Karriere bekannte er, gedopt zu haben. Kein Einzelfall: Mehrkämpferin Birgit Dressel starb 1987 nach Doping an Multiorganversagen , - sie wurde nicht mal 27 Jahre alt. Der Tiefpunkt in der Historie des USC Mainz.

Doch diese Zeiten sind hoffentlich vorbei. Heute gilt Niklas Kaul als größtes Zehnkampf-Talent weltweit. Er könnte für die nächsten Olympia-Medaillen für den USC Mainz sorgen.

Die Zukunft des rheinhessischen Leichtathletikvereins verspricht also ebenso bewegt zu werden wie auch seine Vergangenheit. Doch jetzt steht erstmal das runde Jubiläum an.

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