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Nach zehn Monaten ohne Wettkämpfe hat Judoka Katharina Menz von der TSG Backnang mit der Bronze-Medaille bei den Europameisterschaften in Prag den bislang größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert.

Als Katharina Menz ihre spanische Gegnerin Laura Martinez Abelenda im Kampf um Bronze besiegt hatte, strahlte sie über das ganze Gesicht. Nach sechs Deutschen Meisterschaften hat die Judoka der TSG Backnang am Donnerstag auch ihre erste Medaille bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft gewonnen. Der Abend verlief trotzdem eher ruhig, erzählt Menz SWR Sport auf ihrer Rückreise in die schwäbische Heimat. Aber natürlich ist die Bronze-Medaille ein Highlight für die 30-Jährige: "Ich habe mich richtig gefreut", sagt Menz. "Ich wusste, dass ich das Zeug dazu habe."

Weil Menz aber vor der EM wegen der Corona-Pandemie zehn Monate keinen Wettkampf bestreiten konnte, wusste sie gar nicht, wo sie im Vergleich zu den anderen Starterinnen steht. "Die EM war schon ein bisschen komisch. Ich habe mich zwar im Training gut gefühlt, aber international ist es was anderes." Menz ist zwar mehrfache deutsche Meisterin in der Klasse bis 48 Kilogramm, bei Europa- und Weltmeisterschaften ist sie bisher aber immer leer ausgegangen. "Obwohl es eigentlich auch nur Turniere sind und die gleichen Leute da sind, aber es bedeutet einem einfach mehr."

Viel Kraft- und Ausdauer-Training während der Corona-Zwangspause

In diesem Jahr hat es endlich mit einer Medaille geklappt. Die Zwangspause wegen der Corona-Pandemie hat dabei auch ihren Beitrag geleistet. "Ich habe die Zeit genutzt", erzählt Menz. "Am Anfang habe ich vor allem viel Kraft und Ausdauer trainiert und bin dadurch deutlich kräftiger geworden." Außerdem habe ihre bessere Kondition geholfen bei den beiden Kämpfen, die in die Verlängerung gegangen sind.

Auf dem Weg zur Medaille musste Menz aber nach einem Sieg und einer Niederlage in den Poolkämpfen den Umweg über die Hoffnungsrunde nehmen. "Es ist schade, dass ich gegen die Französin verloren habe. Ich habe es aber direkt abgehakt und gedacht: Ich will die Medaille und habe mich auf den nächsten Kampf fokussiert." Mit Erfolg: In der Hoffnungsrunde setzte sich Menz erst gegen Mireia Lapuerta Comas durch und im kleinen Finale dann gegen Laura Martinez Abelenda (beide Spanien).

Das Ziel Olympia 2021 in Tokio treibt Katharina Menz an

Das nächste große Turnier ist bisher für Januar in Doha geplant, sagt Katharina Menz: "Es ist ein bisschen nervig, nicht zu wissen, wann die nächsten Wettkämpfe sind." Aber der große Traum von ihren ersten olympischen Spielen im japanischen Tokio - der Heimat des Judo - lebt und hat ihr auch durch die lange Zeit ohne Wettkämpfe geholfen: "Das Ziel Olympia war immer da, deshalb hatte ich auch kein Problem, mich zu motivieren."

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