Fanny Cihlar in Aktion auf dem Platz. (Foto: Imago, imago)

Mehr Sport | Hockey Hockeyspielerin Fanny Cihlar zwischen Leistungssport, Familie und Beruf

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Eigentlich hat Fanny Cihlar, besser bekannt unter ihrem Mädchennamen Fanny Rinne, sich schon vom Hockey verabschiedet. Doch im vergangenen Sommer kribbelte es wieder und die Mannheimerin wagte ein Comeback. Ein Spagat zwischen Leistungssport, Familie und Beruf.

Fanny Cihlar war eine der prägende Figuren in ihrem Sport. Mehr als ein Jahrzehnt lang war sie Nationalspielerin, gewann mit Deutschland mehrere EM- und WM-Titel und holte 2004 Gold bei den Olympischen Spielen von Athen. Im Jahr 2013 war dann Schluss mit Leistungssport. Fanny Cihlar gründete eine Familie und plante das Leben nach der Karriere, bis es im letzten Sommer doch wieder kribbelte.

Dauer

Mittlerweile ist Fanny Cihlar wieder mittendrin. Die Frauen des TSV Mannheim stecken im Abstiegskampf und Fanny Cihlar dirigiert im Mittelfeld, fast so wie früher.

Mit ihren 38 Jahren, ist sie die mit Abstand Älteste im Team. Zunächst war sie Co-Trainerin, doch dann wurde aus ein bisschen Daddelei im Training voller Ernst. "Da kam eins zum anderen. Aus einer Schnapsidee wurde wieder Wirklichkeit. Es macht Spaß und ich habe auch allen gesagt, wenn sie sagen, die Alte da, was macht die hier noch, dann sollen sie es mir sagen. Aber ich merke, dass es sehr gerne angenommen wird und dass es noch gut funktioniert."

Hockey bleibt die Konstante in Fanny Cihlars Leben

Fanny Cihlars Sohn Milan hat während Mama auf dem Platz steht andere Sachen im Kopf. Der Dreijährige will bespaßt werden, denn ein Hockeymatch kann sich ziehen. Milan ist bei Heimspielen oft dabei und wenn es zur Teambesprechung geht, muss sich der Trainer was einfallen lassen. "Ich besteche ihn, dass er mal ein paar Minuten nichts sagt. Und das auch mit geringen Cent-Beträgen", verrät Trainer Carsten-Felix Müller.

Vor einigen Jahren zog es Fanny Cihlar aus familiären Gründen nach Wiesbaden. Von ihrem Mann lebt sie seit kurzem getrennt und vieles ist in der Schwebe. Hockey bleibt dabei allerdings immer die Konstante. "Es gibt Unterstützung. Papa ist da oder meine Eltern oder die anderen Großeltern von meinem Kind. Die machen das natürlich auch alle gerne. Ich genieße dadurch auch wieder ein bisschen Freiheit, was für mich zu tun und eben meinem Hobby nachzugehen und Hockey zu spielen", sagte sie im Interview mit SWR Sport.

Viele Lorbeeren durch Hockey, auch Olympiagold

Hockey - Ein Hobby, das Fanny Cihlar viele Lorbeeren eingebracht hat. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann die Mannheimerin mit Deutschland sensationell den Titel.

In ihrer Zeit als Hockeyspielerin hat Fanny Cihlar viel gelernt. Darunter auch mentale Stärke und Zusammenhalt. Das sind Themen, die Fanny Cihlar auch in ihrem Studium beschäftigt haben. Die 38-Jährige ist Sportwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Sportpsychologie. In diesem Bereich möchte sie in Zukunft arbeiten und dann alles unter einen Hut bringen: Job, Leistungssport und Familie.

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