Enttäuschte Gesichter von Patrick Groetzki, Uwe Gensheimer und Kristjan Horzen nach der Niederlage in Lisabonn. (Foto: imago images, HMB-Media)

Handball | Bundesliga

Verpatzter Neustart der Rhein-Neckar Löwen

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Die bisherige Saison lief für die Rhein-Neckar Löwen alles andere als gut an. Der Umbruch ist zwar zu sehen, trotzdem lässt der Erfolg auf sich warten.

Fehlende Konsequenz

Am vergangenen Dienstag war die internationale Reise der Löwen für diese Saison überraschend beendet. Auch in der Bundesliga stehen die Löwen nach dem vierten Spieltag nicht gut da.

Als Grund für das European-League-Aus gegen Benifca Lissabon nennt Co-Trainer Sascha Zollinger die Chancenverwertung: "Im Hinspiel haben wir zehn bis zwölf komplett freie Bälle verworfen und nun war es auch wieder so. Dadurch geraten wir unter Druck und bauen Selbstvertrauen beim Gegner auf. Da müssen wir uns an die eigene Nase packen." Das Problem ziehe sich schon jetzt durch die noch sehr junge Saison. Auch im Bundesligaspiel gegen Hamburg ließ die Mannschaft zu viele Großchancen liegen.

Zwei Siege aus sechs Spielen

Nur zwei der letzten sechs Pflichtspiele konnten die Löwen für sich entscheiden. Zu wenig für ein Team, welches sich vor der Spielzeit den Kampf um Platz drei als Saisonziel gesteckt hatte. Nach der enttäuschenden Niederlage in Lissabon steht das Team unter Druck. Die kommenden Spiele in der Liga und anschließend im Pokal werden richtungsweisend.

Klaus Gärtner (Cheftrainer RNL) schlägt ratlos die Hände über dem Kopf zusammen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, foto2press | Oliver Zimmermann)
Klaus Gärtner (Cheftrainer RNL) schlägt ratlos die Hände über dem Kopf zusammen. foto2press | Oliver Zimmermann

Jedoch versuchen die Löwen, die Fans bei der Stange zu halten. "Diese Saison muss entrückt sein von dem, was wir in den letzten Jahren gehabt haben", sagt Arenasprecher Kevin Garwin im "Löwenfunk". Es scheint klar, dass die Löwen erst einmal kleinere Brötchen backen müssen.

Die negative Entwicklung der letzten Jahre

Doch der Negativtrend ist nicht erst seit dieser Saison zu beobachten. Die Löwen befinden sich seit knapp drei Jahren in einer konstanten Abwärtsspirale, die mit dem Ausscheiden aus dem internationalen Wettbewerb gipfelt. Die Löwen reagierten anschließend mit personellen Umstrukturierungen. Oliver Roggisch, der Weltmeister von 2007, wird vom sportlicher Leiter zum Sportkoordinator.

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Was fehlt ist Konstanz. Nach dem Trainerwechsel und der Ankündigung, dass Sebastian Hinze nach der Saison das Team übernehmen wird, ist diese aber schwer zu finden. Die Löwen sind im Umbruch und vor der Saison fiel sogar das Wort "Neustart". Der Start in diese Saison ging aber, bis zum jetzigen Zeitpunkt, gehörig schief.

Ende einer Ära

Eine weitere Personalie die für den Umbruch steht, ist Andy Schmid. Die 38-jährige Vereinslegende wird in dieser Saison das letzte mal im Trikot der Löwen auflaufen. Für die Löwen ein großer Verlust, da der Routinier sehr viel Erfahrung und Ruhe auf den Platz bringt. Über seinen Nachfolger sagt er der FAZ lachend: "Wenn es blöd gelaufen wäre, könnte er mein Sohn sein" und bremst die Erwartungen an den Neuzugang.

Der Neuzugang als Hoffnungsträger

Die Rede ist vom 21-jährigen Juri Knorr, der in die Fußstapfen des fünffach ausgezeichneten besten Spielers der Bundesliga treten soll. Der neue Spielmacher gilt als eines der größten Nachwuchstalente im deutschen Handball und verstärkt die Mannheimer seit diesem Sommer.

Der Hoffnungsträger der Löwen: Juri Knorr (Foto: picture-alliance / Reportdienste,  foto2press | Oliver Zimmermann)
Der Hoffnungsträger der Löwen: Juri Knorr foto2press | Oliver Zimmermann

Allerdings schaffte er es bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht, seine guten Leistungen konstant auf den Platz zu bringen: "Ja ich habe diese Spitzen, aber ich muss das noch ein bisschen konstanter hinkriegen. Aber wahrscheinlich kommt das auch mit der Zeit. Das ist auch ein Erfahrungswert", sagt der Neuzugang im Podcast der Löwen.

Konstanz? Fehlanzeige!

Ein Problem, was nicht nur auf eine Person, sondern auf das gesamte Team übertragbar ist. "Mal funktioniert alles und im nächsten Spiel wieder nicht", bewertet ein Fan die noch junge Saison. Die Richtung scheint klar zu sein und der Weg der richtige. Dennoch ist die Leistung nicht die, die man sich zu Beginn der Saison erhofft hat.

Zeit. Das, was das Team der Löwen gerade braucht, hat es nicht. Den Löwen droht direkt zu Saisonbeginn den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Das könnte das selbst gesteckte Saisonziel - Kampf um Platz drei - schnell in weite Ferne rücken lassen.

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