Sebastian Hinze hat mit den Rhein-Neckar Löwen große Ziele (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Handball | Bundesliga

Sebastian Hinzes Mission: Wiederaufbau bei den Rhein-Neckar Löwen

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Die Rhein-Neckar Löwen haben in der Handball-Bundesliga den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Sebastian Hinze soll den zweifachen deutschen Meister wieder auf Kurs bringen.

Wenn Sebastian Hinze im Ohrensessel sitzt und Schallplatten hört, spricht seine Frau gerne vom "Rentner-Style". Dabei ist der neue Trainer der Rhein-Neckar Löwen mit seinen 43 Jahren noch recht jung. Es verwundert deshalb auch nicht, dass Hinze voller Tatendrang und Enthusiasmus seinen neuen Job beim Handball-Bundesligisten angetreten hat.

Gensheimer spürt die Begeisterung

Die Begeisterung spürt auch Löwen-Kapitän Uwe Gensheimer. "Sebastian freut sich sehr über diese Aufgabe, das merkt man ihm an", sagt der Weltklasse-Linksaußen über den Mann, der eine echte Herausforderung meistern muss. Er soll den abgestürzten zweifachen deutschen Meister wieder an die Top-Teams der Bundesliga heranführen. Doch das wird dauern. Hinze spricht von "drei bis fünf Jahren".

Eine ungewöhnliche Lösung

Bereits im Frühling 2021 machten die Löwen die Verpflichtung des gebürtigen Wuppertalers perfekt. Eineinhalb Jahre warteten sie auf ihren Wunschtrainer, der bis Juni noch beim Bergischen HC unter Vertrag stand. Eine ungewöhnliche Lösung. Aber eben auch eine, von der die Nordbadener überzeugt waren und sind. Sie wollten Hinze unbedingt, gerade weil er in den Gesprächen mit den Verantwortlichen einen überzeugenden Plan vorlegte und dazu auch noch klare Worte fand.

Der Trainer betont, "nichts Schlimmes" gesagt, sondern lediglich seine "Einschätzung abgegeben" zu haben, "wie ich die Löwen sehe im Vergleich zu anderen Spitzenteams". Und die seien eben "erst einmal enteilt".

Lange Zeit galt es als schwer vorstellbar, dass Hinze den Bergischen HC einmal verlassen würde. Zehn Jahre arbeitete er dort und immer wieder gab es Anfragen von anderen Vereinen. Doch der Coach lehnte stets ab, weil er nicht nachvollziehen konnte, warum die interessierten Klubs ausgerechnet ihn haben wollten.

Hinze: "Bin ein Trainer bin, der gerne entwickelt"

Bei den Löwen war das allerdings anders. Recht schnell fand er Gefallen an dem Job, weil die Kurpfälzer ein Verein "im Umbruch" sind "und ich ein Trainer bin, der gerne entwickelt. Ich spürte schnell, dass ich hier helfen kann", sagt Hinze. Eher weniger ausschlaggebend sei für ihn der Reiz gewesen, einen einstigen Topverein wieder nach oben zu führen. Vielmehr gehe es ihm immer um die Aufgabe, wie er mit einer angenehmen Distanz zum Profi-Geschäft betont.

"Mein persönliches Glück ist nicht vom Job als Bundesliga-Trainer abhängig", sagt Hinze. Nun ist er bei den Löwen. Hin und wieder kommt Hinze mit dem Rad zum Training, bei einer Ausdauereinheit lief er sogar mit der Mannschaft mit - und wurde Letzter. Das klingt nach einem Kumpel-Typ. Doch Hinze bezeichnet sich selbst nicht so.

"Ich denke, dass man mit mir ganz gut auskommen kann. Aber wenn wir in der Halle stehen, gibt es klare Ansagen." Nationaltorwart Joel Birlehm bestätigt das. "Sebastian ist nicht weit weg von der Mannschaft, hat aber eine gute Distanz und einen Plan, den wir umsetzen wollen", sagt er. Geht dieser Plan auf, dürfte sich Hinze recht bald mal wieder entspannt seinen "Rentner-Style" im Ohrensessel gönnen.

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