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Die Schweiz rückte nur einen Tag vor Beginn der Handball-WM in Ägypten am Dienstagabend aufgrund zahlreicher Coronafälle bei den USA als zweites Team in das WM-Feld nach. Auch mit dabei: Spielmacher Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen - der sich eigentlich auf etwas ganz anderes eingestellt hatte.

Der Schweizer Spielmacher Andy Schmid von Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen hat emotional auf die kurzfristige WM-Teilnahme der Eidgenossen reagiert. "Ich hatte mich auf Homeschooling eingestellt, jetzt spiele ich in 43 Stunden eine WM. Ich wasche und packe gerade", sagte Schmid am Dienstagabend dem Mannheimer Morgen.

Er wisse, "dass es wegen der Corona-Situation Argumente für und gegen die WM gibt. Aber ich muss das machen, ich muss diese WM spielen. Diese Chance habe ich wahrscheinlich nur dieses eine Mal in meinem Leben", erklärte Schmid.

Uwe Gensheimer trägt das weiße Trikot der deutschen Nationalmannschaft und fängt einen Ball (Foto: Imago, Sven Simon)
Uwe Gensheimer spielt seit 2005 für die Nationalmannschaft. Der gebürtige Mannheimer, der seit 2019 wieder bei den Rhein-Neckar Löwen unter Vertrag steht, wird das DHB-Team in Ägypten als Kapitän aufs Feld führen. Der 34-Jährige gehört seit Jahren zu besten Linksaußen der Welt. In Ägypten wird Gensheimer seine fünfte Weltmeisterschaft spielen. Einen großen Titel konnte er mit der DHB-Auswahl bisher nicht gewinnen. Imago Sven Simon Bild in Detailansicht öffnen
Johannes "Jogi" Bitter debütierte bereits im Jahr 2002 für das DHB-Team, wurde 2007 Weltmeister im eigenen Land. Der 38-jährige Torhüter des TVB Stuttgart spielt eine starke Bundesliga-Saison, weshalb er vom neuen Bundestrainer Alfreð Gíslason in den aktuellen WM-Kader berufen wurde. Die Weltmeisterschaft in Ägypten wird der erfahrene Torwart als "1B"-Option hinter Stammtorhüter Andreas Wolf bestreiten. Imago Norbert Schmidt Bild in Detailansicht öffnen
Die Schweiz rückte nur einen Tag vor Beginn der Weltmeisterschaft in Ägyptenaufgrund zahlreicher Coronafälle bei den USA als zweites Team in das WM-Feld nach. Somit ist nun auch der Schweizer Spielmacher Andy Schmid von Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen mit dabei. Er wisse, "dass es wegen der Corona-Situation Argumente für und gegen die WM gibt. Aber ich muss das machen, ich muss diese WM spielen. Diese Chance habe ich wahrscheinlich nur dieses eine Mal in meinem Leben", erklärte Schmid. Imago imago images / Just Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Kai Häfner aus Schwäbisch-Gmünd läuft in der Bundesliga für die MT Melsungen auf und soll im Nationalteam aus dem rechten Rückraum für Torgefahr sorgen. Im Team von Alfreð Gíslason zählt er zu den erfahrenen Spielern. Der 31-Jährige trägt seit 2010 das DHB-Trikot und gewann 2016 den EM-Titel und die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio. Sein Bruder spielt für den Bundesligisten TVB Stuttgart. Imago wolf-sportfoto Bild in Detailansicht öffnen
Erst acht Mal (35 Tore) stand Marcel Schiller für die deutsche Nationalmannschaft auf der Platte. Der Linksaußen wurde in Dettingen an der Ems, in der Nähe von Reutlingen, geboren und spielt seit 2013 für Frisch Auf! Göppingen in der Bundesliga. Er gehört zu den Top-Siebenmeterwerfern in Deutschland. Bei der WM in Ägypten soll Kapitän Uwe Gensheimer durch ihn entlastet werden. Imago Grubisic Bild in Detailansicht öffnen
Für den 27-jährigen David Schmidt ist das Turnier in Ägypten die Weltmeisterschafts-Premiere. Der gebürtige Karlsruher, der aktuell beim Bergischen HC unter Vertrag steht, debütierte im Januar 2020 für das DHB-Team. Der Linkshänder spielte von 2015 bis 2018 für die TSG Ludwigshafen und von 2018 bis 2020 für den TVB Stuttgart. Er profitiert in diesem Jahr auch von den Ausfällen einiger Konkurrenten im rechten Rückraum. Imago Sven Simon Bild in Detailansicht öffnen

Die Schweiz rückte nur einen Tag vor Beginn der Weltmeisterschaft in Ägypten (bis 31. Januar) am Dienstagabend aufgrund zahlreicher Coronafälle bei den USA als zweites Team in das WM-Feld nach. Vor den Vereinigten Staaten hatte bereits Tschechien seine Teilnahme ebenfalls aufgrund zahlreicher COVID-19-Erkrankungen zurückziehen müssen, das deutsche Nachbarland wurde durch Nordmazedonien ersetzt.

"Ich habe zu meinem Geburtstag nicht so viele Nachrichten bekommen wie heute Abend. Das ist völlig surreal", sagte der 37-jährige Schmid außerdem. Für die Schweiz ist es die erste WM-Teilnahme seit 25 Jahren. In Vorrundengruppe E kommt es für Schmid und sein Team laut aktuellem Spielplan am Donnerstag (18.00 Uhr) direkt zum Duell mit dem Nachbarland Österreich, weitere Gegner sind Mitfavorit Norwegen und Rekordtitelträger Frankreich.

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