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Die Rhein-Neckar Löwen gewinnen das Vorbereitungsturnier der baden-württembergischen Erst- und Zweitligisten. Doch das ist nur am Rande von Relevanz. Bei den Clubs überwiegt vor allem die Freude, dass die Hygienekonzepte funktionieren.

Die Freude bei Martin Schwalb über den Sieg seiner Mannschaft beim Handball-Vorbereitungsturnier um den BGV-Cup hielt sich in Grenzen. "Ich bin zwar froh, dass überhaupt Fans da sein durften. Aber in solch einer schönen Halle hätte man natürlich gerne ein paar tausend Zuschauer. Das gibt einem ein anderes Gefühl. Aber so ist das eben in diesen Zeiten", sagte der Trainer der Rhein-Neckar Löwen nach dem 31:28 (15:16)-Endspielsieg gegen den Ligarivalen HBW Balingen-Weilstetten vor 450 Zuschauern in Stuttgart.

"Wir haben hier bewiesen, dass wir es können. Dass wir Zuschauer in die Halle lassen können", sagte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann im Gespräch mit SWR Sport. "Wir haben gezeigt, dass wir Hygienekonzepte haben, die Sinn machen und ich hoffe, dass wir jetzt eine weitere Öffnung erlangen können", so Kettemann weiter. "Wir haben nur positive Erfahrungen gemacht und ein hohes Verantwortungsbewusstsein von den Zuschauern erfahren dürfen", fügt Balingens Manager Wolfgang Strobel hinzu.

Die Vereine schöpfen Hoffnungen aus den positiven Erfahrungen

Wenn der zweifache deutsche Handball-Meister am 29. September in der European League gegen TTH Holstebro aus Dänemark sein erstes Pflicht-Heimspiel in dieser Saison bestreitet, wird die Mannheimer SAP Arena mit ihren 13.200 Plätzen nach aktuellem Stand leer bleiben. Die Corona-Verordnung das Landes Baden-Württemberg erlaubt zwar Veranstaltungen mit maximal 500 Besuchern. Die Löwen entschieden sich allerdings dazu, aus Kostengründen bis Ende Oktober lieber gar keine Fans in die Halle zu lassen.

Hoffnung auf Lockerung schöpfen die Vereine aus den positiven Erfahrungen mit ihren Hygiene-Konzepten beim BGV-Cup, der in Balingen, Göppingen, Stuttgart und Ludwigsburg mit 405 bis 468 Zuschauern ausgetragen wurde. "Wir haben bewiesen, dass es funktioniert", sagte Gerd Hofele, Geschäftsführer des Bundesligisten Frisch Auf Göppingen. Klar ist: Mit knapp 500 Zuschauern dürften einige Bundesligisten schnell an ihre wirtschaftlichen Grenzen kommen. Bei den Löwen machen die Ticketerlöse etwa 40 Prozent der Einnahmen aus.

Uwe Gensheimer macht sich Sorgen um die Zukunft

Balingens Manager Wolfgang Strobel denkt vor allem an die Clubs mit den größeren Arenen. "Wir dürfen bei uns 500 Leute reinlassen, die Löwen dürfen auch 500 Besucher reinlassen. Da passt das Verhältnis nicht", sagte der 36-Jährige und machte einen Vorschlag: "Es sollte einen Mindeststandard geben, indem man beispielsweise sagt: Die 500-Zuschauer-Marke wird nicht unterschritten. Und was zusätzlich möglich ist, wird dann ins Verhältnis zur Hallengröße gesetzt. Zwischen 20 Prozent Auslastung bei uns und 20 Prozent Auslastung in Mannheim besteht dann ja doch ein Unterschied. Solch eine prozentuale Geschichte unter Einhaltung bestimmter Auflagen könnte ich mir vorstellen."

Sorgen um die Zukunft macht sich auch Uwe Gensheimer. "Über einen längeren Zeitraum werden das nicht alle Vereine aufrechterhalten können. Es geht deshalb darum, die besten Möglichkeiten für Spiele mit Zuschauern zu finden, ohne dass die Infektionszahlen nach oben gehen", sagte der Nationalspieler jüngst dem «Mannheimer Morgen».

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