Jennifer Kettemann und Lisa Heßler (Foto: imago images, imago0041018072h, imago0041018047h)

Handball | Bundesliga

Löwen gegen Eulen: Das Duell der Geschäftsführerinnen

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Löwen gegen Eulen heißt es am Donnerstag in der Handball-Bundesliga. Ein ungleiches Duell, denn die Eulen Ludwigshafen stehen auf Platz 17 und kämpfen gegen den Abstieg. Die Rhein-Neckar-Löwen aus Mannheim sind Tabellenvierter. Eines aber verbindet die beiden Vereine: Sie haben beide Geschäftsführerinnen.

Frauen an der Spitze von Bundesligisten - das ist immer noch selten. Im deutschen Handball gibt es gleich zwei davon, beide aus dem Südwesten. Bei den Eulen heißt die starke Frau Lisa Heßler. Seit Dezember 2018 ist sie Geschäftsführerin der Eulen Ludwigshafen. "Ich weiß das Vertrauen sehr zu schätzen, das ich von Gesellschaftern, Mitarbeitern und Partnern, von den Fans habe. Das ist das relevante. Da möchte ich nach Kompetenz bewertet werden und mir keine Gedanken darüber machen müssen, ob ich männlich oder weiblich bin", so Heßler.

Die Ludwigshafenerin kommt aus einer Handball-Familie. Sie spielte selbst bei den Eulen und wusste, auf was sie sich einlässt. Für ihren Verein geht es Jahr für Jahr um den Klassenerhalt und ums finanzielle Überleben. Die Akzeptanz für Heßler war bei den Eulen von Anfang an da. Und die sensationellen Nicht-Abstiege haben bisher unterstrichen, dass sie sehr gute Arbeit in Ludwigshafen abliefert.

Am Anfang besonders, jetzt normal

Die andere starke Frau in der Bundesliga ist Jennifer Kettemann. Bei den Rhein-Neckar Löwen, einem der Top-Teams der Liga, leitet sie seit fast fünf Jahren die wirtschaftlichen Geschicke. In dieser Zeit wurden die Löwen zwei Mal deutscher Meister und einmal DHB-Pokal-Sieger. Am Anfang musste sich die 38-Jährige aber erst einmal in der Männerdomäne beweisen. "Ich glaube, dass man als Frau schon nochmal - gerade zu Beginn - mehr Leistung zeigen muss, weil man einfach mehr im Blickfeld von allen steht. Also nicht nur von der Mannschaft, sondern auch von außerhalb. Da muss man vielleicht das ein oder andere Mal mehr beweisen, dass man es drauf hat und den Job gut machen kann. Aber jetzt ist es überhaupt keine Besonderheit mehr, das ist ganz normal", sagt Kettemann.

Kettemann kommt aus der freien Wirtschaft, hat für SAP Projekte geleitet, bevor sie die Geschäftsführung bei den Handballern übernommen hat. Mit ihrem analytischen Denken, ihren Ideen und ihren strukturellen Veränderungen konnte sie im Verein viel bewegen und sich schnell die nötige Akzeptanz erarbeiten.

Das nächste Aufeinandertreffen in der Handball-Bundesliga

Am Donnerstagabend treffen die Teams der beiden Geschäftsführerinnen aufeinander. Im Hinspiel konnten die Eulen die Löwen lange ärgern - auch weil einige Fans dabei sein durften. Mannheim gewann am Ende dennoch knapp mit 26:24 und ist für Donnerstag der klare Favorit. Lisa Heßler freut sich auf das Duell: "Ich selbst denke da gar nicht in Konkurrenz. Ich finde es toll, dass wir zwei Mannschaften in der Region haben, die unsere Sportart so vertreten. Ich weiß, dass wir ein gutes Spiel machen. Dann hängt es auch an den Rhein-Neckar Löwen, was am Ende auf der Anzeigetafel steht."

Die Ausgangslagen könnten kaum unterschiedlicher sein. Lisa Heßler kämpft mit den Eulen gegen den Abstieg. Wieder ins internationale Geschäft will Jennifer Kettemann mit ihren Löwen. Zwei starke Frauen mit unterschiedlichen Zielen. Eine auf der linken und eine auf der rechten Seite des Rheins.

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