Mimi Kraus (Foto: SWR, SWR)

Handball | WM 2019 Wer macht gegen Frankreich den "Mimi Kraus"?

Mit einem Sieg gegen Frankreich bei der Handball-WM 2007 schaffte Deutschland den Sprung ins Viertelfinale. Ein Mann stach beim Überraschungs-Coup damals hervor: Michael „Mimi“ Kraus.

Es war die wohl größte Überraschung in der Hauptrundengruppe I der Handball-WM 2007: Mit 29:26 schaffte es Deutschland spektakulär, den damaligen Europameister und Titelfavoriten Frankreich niederzuringen. Dabei hatte das Spiel für die DHB-Auswahl denkbar schlecht begonnen: Kapitän Markus Baur fasste sich nach einem frühen Tempogegenstoß an die Wade. Der gebürtige Meersburger lief zur Bank. Und Heiner Brand musste auf der Spielmacherposition umstellen. Der damalige Bundestrainer brachte den 23-jährigen Michael "Mimi" Kraus. Ein echter Glückgriff, wie sich herausstellen sollte.

Ein Spieler, den keiner auf der Rechnung hatte

Denn Deutschlands Nummer 18 riss die Begegnung sofort an sich. Kraus dirigierte seine Nebenmänner, als wäre er seit Turnierbeginn Stammspieler; spielte immer wieder kluge Pässe oder suchte selbst den Abschluss – mit Erfolg. Ob Sprungwurf in den Torwinkel aus zehn Metern oder ein tückischer Aufsetzer aus der Hüfte: Kraus gelang nahezu alles. Sieben von acht Versuchen verwandelte der agile Techniker, den bis zu diesem Spiel keiner richtig auf der Rechnung hatte. Kraus war damit bester deutscher Werfer und denkt auch heute noch gerne an 2007 zurück: "Viele Experten behaupten, dass dieses Spiel mein Durchbruch war". Mit dem Sieg gegen Frankreich qualifizierte sich die DHB-Auswahl fürs Viertelfinale und wurde dann Weltmeister im eigenen Land.

Auch diesmal ist Frankreich Favorit

Zwölf Jahre später ist die Ausgangssituation ganz ähnlich: Bei dieser Heim-WM trifft Deutschland bereits in der Gruppenphase auf Weltmeister Frankreich und kann mit einem Sieg in die Hauptrunde einziehen. Auch diesmal ist Frankreich klarer Favorit. Wächst die deutsche Nationalmannschaft aber über sich hinaus, könnte sich die Geschichte von 2007 wiederholen.

Diesmal ohne Mimi Kraus, der wegen eines Handbruchs zuschauen muss. So bleibt die Frage, wer die vakante Rolle des SWR-Experten übernimmt. Vielleicht ja ein Spieler, den bisher noch keiner auf der Rechnung hat – genau wie vor zwölf Jahren.

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