Die Handball-Schiedsrichter haben einen schweren Job (Foto: Imago, Andreas Gora)

Handball | WM 2019 Kommentar: Der Fußball kann vom Handball lernen

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Auch wenn noch nicht feststeht, ob es für die deutsche Handball-Nationalmannschaft nach dem Titelgewinn 2007 ein neues Wintermärchen geben wird, fällt eines jetzt schon auf: der respektvolle Umgang der Teams mit dem Gegner und den Schiedsrichtern.

Schiedsrichter machen Fehler. Diese Erkenntnis ist nicht neu und sie gilt sportartübergreifend. Gerade in den immer athletischer und schneller gewordenen Spielen wie Fußball oder Handball wird es für die Referees immer schwieriger, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Zwar hat sich die Kommunikation untereinander durch den Einsatz von Headsets verbessert, die ein oder andere Fehlentscheidung lässt sich dennoch - logischerweise - nicht immer vermeiden.

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Entscheidungen werden respektiert

Was mir aber auch bei der aktuellen Handball-Weltmeisterschaft wieder einmal äußerst positiv auffällt - die Entscheidungen der Schiedsrichter werden, bei allem Ärger, respektiert.

Werte werden gelebt

Da kassiert jemand eine seiner Meinung nach unberechtigte Zeitstrafe, da gibt es einen zweifelhaften Siebenmeter für den Gegner- egal, nach kurzem Protest werden die Pfiffe der Unparteiischen akzeptiert. Zumeist vorbildlich ist auch der Umgang mit den Gegenspielern. Da rasseln zwei über 100 Kilogramm schwere Hünen am Kreis zusammen - und wie selbstverständlich hilft der Stabilere der beiden dem Anderen wieder auf die Beine.

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Sportliche Fairness, Respekt und anständiger Umgang miteinander, das sind hier nicht nur Floskeln, sondern in aller Regel Normalität. Und wie schön wäre es, wenn sich auch die Fußballer endlich einmal in diese Richtung bewegen könnten. Hier aber graut es mir vor der am Wochenende beginnenden Rückrunde in der Bundesliga schon jetzt wieder vor den ganzen Schwalben, den schmerzverzerrten Gesichtern, dem lauten Geschreie, den Mehrfachrollen nach harmlosen Remplern und der Rudelbildung nach jedem Freistoßpfiff.

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Der Appell geht aber in diesem Fall in beide Richtungen. Zum einen an die Spieler, die sich endlich einmal auf dem Platz benehmen sollen. Zum anderen aber auch an die Schiedsrichter. Denen wünsche ich in Zukunft mehr Mut, das provokante und teilweise unverschämte Verhalten der Akteure konsequent zu bestrafen!

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