Markus Baur, Handball-Weltmeister 2007 (Foto: Imago, imago/Sportfoto Rudel)

Handball | WM 2019 Die Handball-WM wird noch lange in Erinnerung bleiben

Die deutsche Nationalmannschaft sorgte während der Handball-WM für gute Stimmung. Am Ende Platz vier für die DHB-Auswahl. Markus Baur, Weltmeister von 2007, im Interview mit seinem WM-Fazit.

SWRsport: Das WM-Turnier hatte für die deutschen Handballer super angefangen. Am Ende kommt dann ein eher trauriger vierter Platz raus. Wie sehr haben Sie da beim Zuschauen des kleinen Finales gegen Frankreich mitgelitten?

Markus Baur: Schon sehr stark. Vor allen Dingen war die Mannschaft ganz eng dran und hatte die Chance, den Sack zuzumachen und die Bronzemedaille zu holen. Wenn es dann am Ende nicht reicht - und auch noch mit so einem Last-Second-Schuss von Karabatic - dann ärgert einen das enorm.

Ist das besonders schlimm für jemanden, der solche Spieler mal selber mitgemacht hat?

Baur: Ich hatte ja schon ein bisschen Abstand; ich war nicht so involviert. Aber ich weiß, wie es für Spieler, Trainer und das ganze Umfeld ist.

Trotz des vierten Platzes - glauben Sie, dass diese WM-Werbung für den Handball war?

Baur: Ja, auf jeden Fall. Die Zuschauer-Zahlen waren gigantisch, vor allen Dingen in Deutschland. Die Stimmung war überragend. Selbst bei den Spielen ohne deutsche Beteiligung war die Halle voll. Und beim Finale in Dänemark war es auch gigantisch - alles in Rot. Es war eine top-positive Stimmung. Da muss man sagen, das wird noch lange in Erinnerung bleiben und hat dem Handball auf jeden Fall viel gebracht.

Ist es denn jetzt so, dass Kinder in die Vereine laufen und sagen "Ich will auch Uwe Gensheimer werden."?

Baur: Wir hoffen alle, dass Kinder und Jugendliche das gesehen haben und ausprobieren wollen; und dass dadurch mehr Masse und auch mehr Qualität in die Vereine strömt.

Gucken wir nochmal zurück in die Zeit nach dem Wintermärchen 2007, als sie mit Deutschland Weltmeister wurden. Gab es da viel Aufwind für den Handball oder war das ein Hype, der relativ schnell wieder verpuffte?

Baur: Manche Vereine hatten richtig Probleme bekommen. Die konnten den Ansturm damals gar nicht bewerkstelligen. Es gab nicht genügend Hallenkapazität, Trainer etc. Ich glaube, da ist man jetzt ein bisschen vorgewarnt. Wir sind gewappnet und hoffen, dass viele kommen.

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