Benefizspiel für die Ukraine in Leutershausen (Foto: SWR)

Handball-Benefizspiel

1.200 Zuschauer bei Partie zwischen Leutershausen und ukrainischer Nationalmannschaft

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SWR

Die Handballer der SG Leutershausen sind in einem Benefizspiel gegen die ukrainische Nationalmannschaft angetreten. Die Erlöse gehen an die Ukraine.

Rund 1.200 Zuschauer waren in der ausverkauften Heinrich-Beck-Halle in Hirschberg an der Bergstraße. Zehn- bis Siebzehnjährige haben fünf Euro für das Ticket bezahlt, Erwachsene zehn. Außerdem fand eine Tombola statt. Das eingenommene Geld geht abzüglich der Steuern zum Teil direkt an die ukrainische Nationalmannschaft, die auf Unterstützung angewiesen ist. Der Großteil der Einnahmen wird an die regionale Initiative "Save a life" gespendet. Die Initiative sorgt dafür, dass Medikamente in die ukrainische Hauptstadt Kiew und in andere Regionen des Landes kommen.

Ukrainische Nationalmannschaft durfte das Land verlassen

Die Ukrainer gewannen das Benefizspiel gegen den Drittligisten Leutershausen 29:25. Die Partie kam über den gemeinsamen Trikotausrüster beider Mannschaften zustande. Seit dem 24. Februar befindet sich die Ukraine im Krieg. Die Handball-Nationalmannschaft durfte das Land durch einen Sondererlass des ukrainischen Sportministers verlassen, reiste über Budapest nach Großwallstadt in Bayern und absolviert dort ein Trainingslager. In dessen Rahmen fand das Benefizspiel statt. "Natürlich ist es immer schön, gegen eine Nationalmannschaft zu spielen", sagte Mark Wetzel, sportlicher Leiter der SG Leutershausen. Aber im Vordergrund stehe die Solidarität mit der Ukraine.

Ukrainer hoffen, in Deutschland bleiben zu können

Die Frauen und Kinder der ukrainischen Spieler haben in Großwallstadt Unterschlupf gefunden. Vorerst dürfen sie wohl in Deutschland bleiben. Slava Lochmann, der ukrainische Nationaltrainer, sagte: "Ich hoffe, wir werden dort noch weitertrainieren, vielleicht die nächsten zwei Monate. Weil wir haben keinen Platz, keine Möglichkeit." Die ukrainische Dolmetscherin Halyna Hrytsyuk sagte am Rande der Partie: "Für die Spieler ist es sehr, sehr wichtig, hier zu sein und ihr eigenes Land zu repräsentieren. Sie sind allerdings sehr angespannt und beunruhigt wegen der Gesamtsituation in der Ukraine." Vor der Partie wurde die ukrainische Nationalhymne gespielt, die die Spieler lautstark mitsangen.

Solidarität statt Rivalität: Leutershausen und Großsachsen spielen gemeinsam

Die SG Leutershausen trat mit einer Mannschaft aus eigenen und Spielern des TVG Großsachsen an. Beide Orte gehören zur Gemeinde Hirschberg, im Handball waren sie jedoch stets getrennt. Es besteht eine Rivalität zwischen beiden Teams. "Wir wollen ein klares Zeichen setzen, nämlich dass Solidarität größer als Rivalität ist. Es ist das allererste Mal, dass beide Mannschaften zusammenspielen", hatte Mark Wetzel im Vorfeld der Partie gesagt.

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