Kim Naidzanavicius, Spielerin der SG BBM Bietigheim, im Spiel gegen Halle (Archivbild) (Foto: Imago, Foto: Eckehard Schulz)

Handball | Frauen-Bundesliga Bietigheim gegen den THC - der Meister-Showdown im Fernduell

48:2 Punkte nach 25 Spielen, 800:583 Tore - die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim haben eine herausragende Saison gespielt. Trotzdem ist der Titelgewinn vor dem letzten Bundesligaspiel noch nicht in trockenen Tüchern.

Die Bietigheimerinnen haben sich während der ganzen Spielzeit ein packendes Fernduell mit dem Thüringer HC geliefert. Jetzt liegen beide Teams vor dem letzten Spieltag punktgleich an der Spitze. Einen Trumpf hat das Team von Trainer Martin Albertsen allerdings in der Hand: Das Torverhältnis der Bietigheimerinnen ist um plus 30 Tore besser als das der Thüringerinnen.

Eigentlich muss Bietigheim also im Heimspiel gegen den Tabellen-Achten aus Göppingen am Samstag (18 Uhr) nur gewinnen. Dass der THC bei einem eigenen Sieg im zeitgleich ausgetragenen Spiel gegen Bad Wildungen über 30 Tore aufholt, ist unwahrscheinlich.

Zu 100 Prozent fokussiert

Dass eine seiner Spielerinnen die Partie deshalb zu lax angehen könnte, hält Trainer Albertsen aber für ausgeschlossen: "Wir sind in jedes Spiel so reingegangen, dass wir unbedingt gewinnen müssen. So ist das hier in Bietigheim", sagt der Däne gegenüber SWR Sport. Auch seine Spielerinnen wüssten das: "Sie freuen sich, sie sind heiß und haben die Spannung für einen Sieg."

Nationalmannschafts-Kapitänin Kim Naidzinavicius räumt allerdings ein, dass es kein normales Spiel ist: "Eine gewisse Anspannung ist auf jeden Fall da, eine gewisse Nervosität." Doch alle fiebern auf das Spiel hin und freuen sich auf die tolle Atmosphäre in der Ludwigsburger MHP Arena.

Besonderes Spiel für Dinah Eckerle

Für eine Spielerin ist die Konstellation des Fernduells mit dem THC eine ganz besondere: Torhüterin Dinah Eckerle wechselte vor der Saison aus Thüringen nach Bietigheim. Die Hemmingerin ging 2009 als 14-Jährige ins Sport-Internat nach Erfurt. Als 16-Jährige gab sie ihr Bundesliga-Debüt für den Ost-Klub und feierte insgesamt sechs Meistertitel mit dem THC, bevor sie in die Heimat zurückkehrte.

Und hier soll jetzt der nächste Titel her: "Die Meisterschaft nach Bietigheim zu holen, steht über allem", so Eckerle. Von Mitgefühl mit den ehemaligen Kolleginnen will sie nichts wissen, wenn's denn klappen sollte. Es sei ein Riesenschritt für sie gewesen, Thüringen zu verlassen. Und ihr Anteil an einem möglichen Titelgewinn sei deutlich höher. Deshalb wäre es ein besonderer Triumph.

Erst die Meisterschaft, dann den Pokal

Und der würde dann natürlich gefeiert - allerdings nicht zu ausschweifend: "Feiern ja, aber dann gleich wieder fokussieren", sagt Eckerle. Denn eine Woche später steht das Final Four um den DHB-Pokal in Stuttgart an. Und da soll idealerweise das Double perfekt gemacht werden. Möglicher Gegner, sollte man das Finale erreichen: der Thüringer HC, na klar.

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