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Leicht war eine Saison für die Eulen Ludwigshafen in der Handball-Bundesliga noch nie. Aber in der laufenden Spielzeit stellt die Corona-Pandemie sie vor neue, große Herausforderungen. Eine erste Bilanz.

Seit Oktober wird in der Handball-Bundesliga wieder gespielt. Bis dahin ist es ein langer Weg. Nach dem Saisonabbruch im April liegt im deutschen Handball erstmal alles auf Eis. Die Eulen Ludwigshafen erarbeiten ein Hygienekonzept, können im Juli wieder mit dem Trainingsauftakt in die Vorbereitung starten. Mit Christian Klimek kommt ein alter Bekannter zurück, der die Eulen am Kreis unterstützen soll. Die Vorfreude auf die neue Saison ist groß.

Ein Stich ins Eulenherz

Doch noch bevor es losgeht verkündet die Vereinslegende, der Trainer Benjamin Matschke, seinen Abschied. Matschke, der die Mannschaft schon auf dem Feld als Kapitän geführt hatte, wird nach sechs Jahren an der Seitenlinie ab Sommer den Ligakonkurrenten HSG Wetzlar trainieren. Matschkes Abschied, ein Schritt, mit dem alle Fans und Verantwortlichen irgendwann gerechnet hatten - und der die Eulen trotzdem hart trifft.

Saisonauftakt mit Zuschauern

Trotzdem geht man in Ludwigshafen die neue Spielzeit voller Hoffnung an. Bei den ersten Heimspielen dürfen 500 Zuschauer dabei sein, der Verein und seine Fans träumen schon von einer wieder gut gefüllten Halle - doch bereits Ende Oktober zerschlägt sich diese Vorstellung. Die Corona-Infektionszahlen steigen, mittlerweile gibt es nur noch Geisterspiele in der sogenannten "Eberthölle". Für die Ludwigshafener ist das auch wirtschaftlich ein großes Problem.

Corona und die wirtschaftliche Situation

Geisterspiele bedeuten, dass für den Verein wichtige Einnahmen wegfallen. Die wirtschaftliche Situation der Eulen ist angespannt. Dank der Bundesförderung erhalten sie 80 Prozent der letztjährigen Ticketeinnahmen. Eine große Hilfe für den kleinen Verein. Außerdem verzichten Spieler und Mitarbeiter weiter auf Gehalt. So ist der Verein aktuell noch gesichert, kann das Jahr 2020 "vernünftig abschließen", sagt Geschäftsführerin Lisa Heßler. "Aber es geht immer der Blick nach vorne. Und der Blick nach vorne ist der, der von Ungewissheit und auch weiterhin großer Herausforderung geprägt ist."

Sportlich noch nicht kostant

Sportlich ist bei den Eulen Luft nach oben. Immer wieder haben sie große Verletzungssorgen, Leistungsträger fallen aus, die Konstanz auf dem Feld fehlt. Vom wichtigen Sieg gegen den direkten Konkurrenten aus Balingen bis hin zu einer herben 11:29-Klatsche in Wetzlar ist alles dabei. Für den Klassenerhalt braucht es mehr Stabilität, mehr Punkte. Genug Zeit und Möglichkeiten haben die Eulen dafür noch.

WIe geht es weiter?

Eine Rückkehr der Zuschauer ist noch nicht in Sicht, in welcher Liga die Eulen Ludwigshafen nächste Saison spielen, weiß niemand. Für Geschäftsführerin Lisa Heßler ist wirtschaftlich wenig planbar, auch weil Partner und Sponsoren teilweise ebenfalls mit den finanziellen Folgen der Pandemie zu kämpfen haben. Trotzdem hält die Geschäftsführerin am Positiven fest: "Es sind ganz viele kleine Geschichten auch, muss man wirklich sagen. Ganz ganz viele tolle Briefe, die wir von Fans bekommen haben, die ihre eigene Geschichte erzählen. Aber eben auch dieser Zusammenhalt der Mitarbeiter untereinander auch, dieses Vertrauen und das Offene untereinander. Ja, einfach zu merken, dass die Eulen einen Wert haben, nach dem wir im Moment ganz große Sehnsucht verspüren, das gemeinsam zu erleben zu dürfen und erleben zu können. Und gleichzeitig aber auch den Wert haben, für den es sich lohnt, das Ganze aufrecht zu erhalten."

Trotz aller Herausforderungen wird Lisa Heßler nicht aufgeben. Während die Mannschaft auf dem Feld kämpft, wird sie es ihrem Team neben der Platte gleichtun.

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