Jannik Hofmann, Eulen Ludwigshafen (Foto: imago images, imago0043076825h)

Handball | Eulen Ludwigshafen

Mit Glauben zum Comeback - Jannik Hofmann von den Eulen Ludwigshafen

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Im Januar verletzte sich der Eulen-Linksaußen Jannik Hofmann schwer am Knie. Seit neun Monaten arbeitet er in der Reha an seinem Comeback - was ihm dabei hilft ist unter anderem sein Glaube an Gott.

Jannik Hofmann kann die Stunden nicht mehr zählen, die er schon in der Reha in Mannheim verbracht hat. Seit dem 4. März arbeitet er dort fast täglich daran, zurück aufs Spielfeld zu kommen. In einem Testspiel im Januar verletzte er sich schwer: "Ich hab relativ schnell gemerkt, da ist irgendwas nicht normal. Kann mich auch dran erinnern, dass ich dann am Boden lag und zu Dominik Mappes, der über mir stand, gesagt habe: Kreuzband, Kreuzband." Die Vermutung bestätigte sich wenige Tage später: Beide Kreuzbänder und das Außenband im linken Knie waren gerissen, ein Stück des Knochens außerdem abgebrochen.

Ein Jahr ohne Handball

Es folgte eine Operation, danach zweieinhalb Monate auf Krücken. Noch immer hat Hofmann eine Metallplatte im Knie, die aber bald entfernt werden soll. Langsam, ganz langsam rückt das Comeback näher: "Mir wurde von Anfang an gesagt, dass es an die zwölf Monate dauern wird und die Zeit werde ich mir auf jeden Fall auch nehmen. Vielleicht zur Rückrunde, aber ich werde mir da auf keinen Fall einen festen Termin setzen", so Hofmann. In der Reha gilt er als Musterpatient, muss trotz der langen Zeit, die er schon dort an sich arbeitet, eher gebremst als motiviert werden.

Der Glaube half ihm durch die Zeit

Durch die schwere Zeit der Verletzung hilft ihm vor allem sein Glaube an Gott. Den hatte er schon früh: "Im Jugendalter hatte ich schon viele Kumpels, die da Bescheid wussten und denen ich einfach ganz offen all meine Fragen stellen durfte", erklärt der 25-Jährige. Dann entschied er sich, dass es ihm gut tut, Kraft und Halt gibt. So war es auch bei seiner Verletzung. "Ich frage mich tatsächlich, was die Menschen machen, die in solchen Situationen nicht so einen Halt haben. Da bin ich schon sehr sehr froh darüber, dass für mich entdeckt zu haben", so Hofmann.

Beten für den Klassenerhalt

Jannik Hofmann lebt seinen Glauben ganz offen und selbstverständlich. Und hat auch schon mal Mitspieler inspiriert: "Es gab auch schon die Situation, dass während einem Spiel gebetet wurde. Da denk ich ganz besonders an den Klassenerhalt vor zwei Jahren in der letzten Sekunden gegen Minden. Weiß ich noch ganz genau wie Pascal Bührer neben mir saß, es waren die letzten fünf Sekunden und er guckt mich an und sagt: Jannik, wir müssen jetzt beten." Das war ja bekanntlich erfolgreich und die Eulen hielten sensationell die Klasse.

Hofmanns Emotionalität fehlt der Mannschaft

Eulen-Trainer Benjamin Matschke freut sich schon auf den Tag, an dem sein Linksaußen zurückkehrt. In der jungen Mannschaft der Ludwigshafener ist Hofmann einer der emotionalen Leader. "Jannik hat in den letzten Jahren immer gezeigt, dass er einen emotionalen Charakter hat und dass er in kritischen Situationen ein Grundnaturell hat, sich zu wehren", so Matschke. Das fehlte der Mannschaft zum Beispiel im letzten Spiel gegen Wetzlar, bei der 29:11-Niederlage. "Ich wünsche es ihm einfach, dass er so schnell wie möglich mit dem Lächeln wieder auf der Platte steht, wie er das in den vergangenen Jahren gezeigt hat."

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