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Abstiegskampf steht für die Eulen Ludwigshafen in der Handball-Bundesliga auf der Tagesordnung. Aber diese Saison ist alles irgendwie ein bisschen anders. Die Leistungen sind besser als in den letzten Spielzeiten, selbst mit den großen Mannschaften sind die Pfälzer oft auf Augenhöhe. Aber trotzdem reicht es noch nicht. 

Zwölf Punkte nach 23 Spielen - in der letzten Saison hatten die Eulen Ludwigshafen zu diesem Zeitpunkt nur fünf Zähler. Am Ende hielten sie mit 14 Punkten die Klasse. Das wird in dieser Spielzeit nicht reichen. Die Ausgangssituation ist eine andere.

Lisa Heßler: "Liga ist ausgeglichener"

"Die Liga ist dieses Jahr ausgeglichener. Wir haben durch Siege gegen Flensburg und Göppingen gezeigt, dass wir jedem Gegner gefährlich werden können und in keinem Spiel chancenlos sind. Es gibt nicht mehr nur drei Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen - es sind deutlich mehr geworden", sagt Geschäftsführerin Lisa Heßler gegenüber SWR Sport.

Aktuell liegen zwischen dem 17. Tabellenplatz der Eulen und Frisch Auf Göppingen als 13. nur drei Punkte Unterschied. Sicher fühlen kann sich kaum ein Team in der unteren Tabellenhälfte. Noch ist alles drin.

Überraschungen sind diese Saison eher möglich 

Die Punkte-Ausbeute der Eulen ist in dieser Spielzeit deutlich stärker. Das Auftreten, gerade gegen vermeintlich stärkere Gegner, viel selbstbewusster. Gegen den deutschen Meister und aktuell Zweiten der Tabelle, die SG Flensburg-Handewitt, gelang den Pfälzern ein Sensationssieg.

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Auch gegen hochkarätige Gegner wie Kiel, Magdeburg oder Melsungen hielten sie lange richtig gut mit, mussten sich dann aber in den Schlussphasen immer knapp geschlagen geben. 

Verbesserungspotential im Angriff 

Für Trainer Benjamin Matschke hat sein Team seit der letzten Saison und auch im Laufe dieser Spielzeit einen großen Entwicklungsschritt genommen.  "Wir stellen hinter Flensburg die zweitbeste Verteidigung der Liga - und das mit einem Team aus dem unteren Tabellendrittel. Zuletzt haben wir uns im Angriff häufiger schwer getan, da gilt es nun auch, den Fokus wieder auf die entscheidenden Aktionen zu legen und auch hier den nächsten Schritt zu gehen. Aber mein Team ist da auf einem sehr guten Weg", so der junge Coach.

Wichtige Spiele in den nächsten Wochen 

In der Abwehr stark, im Angriff ist es für die ganz großen Sprünge momentan noch zu wenig. Gegen den Tabellenletzten aus Nordhorn (2:42 Punkte) reichte es am Ende knapp, aber in den nächsten Wochen kommen zahlreiche stärkere Gegner. Um die Klasse zu halten, brauchen die Eulen Punkte aus diesen Partien, denn die Konkurrenz schläft nicht. Siege in den Duellen mit Erlangen, Lemgo und Stuttgart zum Beispiel wären absolute Big Points. 

Konzentration über das komplette Spiel halten

Dass die Eulen in der Handball-Bundesliga eines der Teams mit dem niedrigsten Etat sind, ist kein Geheimnis. Die Spieler studieren oder arbeiten teilweise sogar nebenbei. Nur Handballspielen, so wie bei den Topklubs, das geht nicht. Das alles zählt auf dem Feld aber nicht. Die Eulen müssen ihre Leistung bis zum Schluss durchziehen, um sich öfter für starke Partien zu belohnen, egal wer gegen sie auf dem Feld steht.

Trainer Matschke will an den entscheidenden Schlussphasen arbeiten: "Meine junge Mannschaft spielt jede Woche gegen die besten Spieler der Welt, die teilweise schon über 100 Länderspiele haben oder Weltmeister sind. Dann gilt es, weniger Fehler zu machen und sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren. Irgendwo zahlt sich dann die individuelle Klasse eines Morten Olsen oder Fabian Böhm, gerade in den entscheidenden Momenten, auch aus. Dennoch möchten wir auch in diesen Phasen die Plantreue halten und auch solche Spiele in Zukunft für uns entscheiden. Dass wir dies können, zeigen Spiele gegen Nordhorn oder Göppingen."  

Ein Absteiger steht fast schon fest 

Der Blick auf die Tabelle verrät: Für Nordhorn am Tabellenende wird es ganz eng. Zwei Punkte konnten der Aufsteiger bisher nur ergattern. Sich dort nochmal rauszukämpfen - eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. 

Aber für die Eulen ist noch alles möglich. Ein Punkt Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, drei auf Rang 13. Die Teams vor den Eulen haben allerdings bisher auch weniger Partien bestritten, haben mehr Möglichkeiten zu punkten. 

Wiederholung der Vorjahre gern gesehen 

Dass sie nicht die allerbeste Ausgangssituation haben, ist aber nichts Neues für die Ludwigshafener. Ein Blick zurück auf den letzten Spieltag der Vorsaison reicht aus, um zu wissen, dass sie nicht aufgeben werden, bis wirklich alles entschieden ist.

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Sendedatum
Sendezeit
19:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP
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