Eulen Ludwigshafen (Foto: imago images, imago)

Handball | Bundesliga

Friedrich-Ebert-Halle wird Impfzentrum: Eulen Ludwigshafen brauchen neue Spielstätte

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Die Sorgen und Nöte des Handball-Bundesligisten Eulen Ludwigshafen werden größer: Und wieder ist die Coronapandemie der Hintergrund. In der Friedrich-Ebert-Halle soll bis zum 15. Dezember ein Impfzentrum eingerichtet werden. Die Eulen stehen vorerst ohne Heimspielstätte da. Geschäftsführerin Lisa Heßler spricht von einem "Schock".

Die Sorgenfalten bei Geschäftsführerin Lisa Heßler werden größer. Erst Ligaspiele in der Handball-Bundesliga ohne Zuschauer und plötzlich haben die Eulen keine Heimspielstätte mehr. Die Friedrich-Eberthalle ist ab dem 15. Dezember als Impfzentrum vorgesehen. Inklusive der Umbaumaßnahmen steht den Handballern die Halle damit schon ab dem ersten Dezember nicht mehr zur Verfügung. Die Partie gegen GWD Minden nächste Woche ist somit das vorerst letzte Heimspiel der Saison.

Die Halle wird voraussichtlich ein halbes Jahr für die Handballer nicht zur Verfügung stehen.  "Es war für uns ein großer Schock, auch aufgrund der Kurzfristigkeit der Information", gesteht Heßler im Interview mit SWR Sport. "Eine Heimspielstätte ist nichts, was man so einfach austauschen kann. Es ist Fakt, dass wir keine bundesligataugliche Alternative in der Stadt Ludwigshafen haben." Die aktuelle Coronasituation macht die Suche noch schwieriger und komplexer.  Strenge Auflagen für den Spielbetrieb, Hygienekonzept und technische Vorrausetzungen für eine TV-Liveübertragung müssten gewährleistetet sein.

Hilfe aus der Liga

Lisa Heßler ist aktuell im Dauereinsatz für diese fast unmögliche Herausforderung, eine solche Spielstätte im Umkreis zu finden. Dazu kommt die extreme finanzielle Belastung für den Club aus Ludwigshafen. Das "Heimspiel-Schicksal" der Eulen ist auch Thema bei der Konkurrenz. Diverse Clubs haben bereits ihre Hilfe angeboten. Dafür ist Heßler sehr dankbar. "Da merken wir schon, dass uns da die Hand gereicht wird, um gemeinsam Lösungen zu finden."

Die sind wirtschaftlich betrachtetet für die Eulen allein nicht zu stemmen und sportlich ein großer Nachteil. Trotzdem ist der Geschäftsführerin wichtig , bei aller Probleme für ihren Verein, dass die Gesundheit in dieser schwierigen Situation an erster Stelle stehe: "Die Frage Gesundheit oder Sport stellt sich nicht. Die Gesundheit ist unser allerhöchstes Gut. Dafür tragen wir auch eine Verantwortung." Klar ist aber, dass der Handball-Bundesligist im Dezember zu einer Art "Heimspiel-Wanderzirkus" werden wird.

Die Stadtverwaltung Ludwigshafen bittet um Verständnis

Insgesamt sollen in Rheinland-Pfalz bis zu 36 Impfzentren entstehen. "Die Anforderungen an die Einrichtung eines Impfzentrums und der sehr enge zeitliche Rahmen, der für diese Aufgaben vorgegeben ist, hat die Stadtverwaltung dazu bewogen, die Friedrich-Ebert-Halle als Standort zu bestimmen", begründet der Beigeordnete Andreas Schwarz in einer Pressemitteilung der Stadt den Schritt. Schwarz wies drauf hin, dass die Nutzungs- und Mietverträge mit den Nutzern der Halle Vereinbarungen vorsehen, für den Fall, dass die Halle kurzfristig nicht zur Verfügung stehen könnte. Für die Sorgen der Eulen hat Andreas Schwarz Verständnis: "Es ist uns ausgesprochen schwer gefallen, die Entscheidung so zu treffen, [...] Letztendlich müssen wir aber eine Lösung finden, die uns allen dabei hilft, die Gesundheit vieler Menschen zu schützen und wieder mehr Normalität in unseren Alltag zu bringen".

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