Die Spielstätte der Eulen Ludwigshafen - die Eberthalle (Foto: imago images, imago images / Eibner)

Handball | Bundesliga

Wie die Eulen Ludwigshafen im "Impfzentrum" spielen wollen

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In der Friedrich-Ebert-Halle wird bis Ende des Jahres Bundesliga Handball gespielt und von Mitte Dezember an auch gegen Corona gekämpft. Problematisch wird es, wenn wieder Zuschauer in die Halle dürfen.

Das Lachen ist zurück im Gesicht von Lisa Heßler, der Geschäftsführerin der Eulen Ludwigshafen. Nachdem die Stadt Ludwigshafen ankündigte, die Spielhalle der Eulen zu einem großen Impfzentrum umzubauen, war klar: Handballspiele werden dort keine mehr stattfinden. Nach diesem "Schock" aus der vergangenen Woche, ist seit Montag ein wenig Erleichterung eingekehrt: "Wir sind sehr erleichtert, dass wir eine Lösung dahingehend gefunden haben, dass zumindest im Dezember sowohl das so wichtige Impfzentrum genutzt, als auch unsere Heimspiele parallel in einer Doppenutzung in der Friedrich-Eberthalle stattfinden können."

Erste "Impfstraße" im Foyer der Friedrich-Ebert-Halle

Der Bau- und Grundstücksausschuss der Stadt Ludwigshafen hat in seiner Sitzung am Montag entschieden, an der Friedrich-Eberthalle als Impfzentrum festzuhalten. Keine andere Immobilie erfülle die Voraussetzungen mit diesem knappen zeitlichen Vorlauf, heißt es in einer Meldung der Stadt Ludwigshafen. Das Impfzentrum werde seine Arbeit zunächst aber nur in den Vorräumen der Halle aufnehmen, sodass die Eulen die Halle weiter als Spielort nutzen können.

Die Stadt hatte vergangenen Dienstag den Verein informiert und schon am Donnerstag mitgeteilt, dass die Eberthalle künftig als Impfzentrum genutzt werden müsse. Konsequenz: der November-Spielbetrieb hätte noch stattfinden können, danach hätte die Halle nur noch für Impfungen gegen das Coronavirus genutzt werden können. Dies hatte für deutliche Kritik von Lisa Heßler gesorgt. Nun will die Stadt klären, ob und wie auch 2021 ein Spielbetrieb der Eulen in der Eberthalle stattfinden könnte.

Viel Zuspruch für die Eulen und viel Verständnis für das Impfzentrum

"Wenn es an mir liegen würde, hätten wir uns die letzten Tage gerne ersparen können", so Heßler. Für die Mannschaft und das Umfeld seien es schwierige Tage gewesen, gerade im Hinblick auf die existenzbedrohende Situation. Nachdem sie am vergangenen Freitag einen offenen Brief veröffentlicht hatte, war der Zuspruch enorm und gab den Eulen Mut und Kraft. "Es war aber auch spürbar, dass es bei all dem Zuspruch nie darum ging zu sagen, es ist kein Verständnis für das Impfzentrum da, ganz im Gegenteil", erklärt Heßler.

Erst Schock, dann Lösungssuche

Nach dem ersten Schock seien die Eulen sofort bemüht gewesen, Lösungen zu finden, so die Geschäftsführerin. Es gab Gespräche mit anderen Vereinen der Handball-Bundesliga und auch mit der Politik. Gerade diesen Dialog hätte sie sich aber früher gewünscht: "Natürlich ist es so, dass die Kommunikation für uns nicht zufriedenstellend und demzufolge auch nicht wertschätzend war."

Durch die vielen Reaktionen von Fans, das große Medienecho, aber auch den Dialog mit der Stadt sei dieses Gefühl jetzt besser: "Ich glaube schon, dass allen bewusst ist, welche Bedeutung die Eulen Ludwigshafen für die Stadt Ludwigshafen haben", so Heßler, die in Zukunft mit den Eulen wieder für die Stadt aufgrund des positiven Images in den Medien sein möchte und nicht wegen solch einer "Existenzentscheidung". Von Seiten der Stadt und der Eulen wurde klar betont, dass man im Dialog bleiben wolle, so Lisa Heßler.

Es gibt in Ludwigshafen keine alternative Spielstätte

Lisa Heßlers Blick kann jetzt nach vorne gehen. Auf der einen Seite will sie mit ihrem Team weiter dafür kämpfen, dass die Eulen auch im nächsten Jahr in der sogenannten "Eberthölle" spielen können. Parallel werde man aber alle Informationen, die in den letzten Tagen unter Hochdruck gesammelt wurden, in der Hinterhand behalten um einen Plan B zu haben. "Fakt ist, dass wir in Ludwigshafen zum jetzigen Zeitpunkt keine alternative Spielstätte haben", erklärt sie. In Frage kämen nur Standorte, an denen schon Bundesligahandball gespielt werde, also zum Beispiel Mannheim, Stuttgart oder Wetzlar. Aber auch Leipzig war und ist eine Option. "Wenn mir jemand die Hand reicht, wäre es fatal, sie gegebenenfalls nicht anzunehmen."

Was passiert bei einer Zuschauerrückkehr?

Die Variante mit der geteilten Hallennutzung, also das Impfzentrum im Vorraum und die Eulen-Spiele in der Halle, funktioniert allerdings nur so lange, wie die Partien der Eulen als Geisterspiele ausgetragen werden. Im Dezember rechnet Heßler natürlich nicht mit der Rückkehr von Zuschauern, aber vielleicht 2021. "Klar ist, dass das ein Punkt ist, über den man sich intensiv austauschen muss, weil wir natürlich hoffen, dass das im nächsten Kalenderjahr wieder anders aussehen kann."

Es gibt also noch einige Fragezeichen, aber der erste Schritt für die Eulen ist gemacht. Und so gibt es zumindest ein Happy End für das Jahr 2020.

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