Eulen Ludwigshafen. (Foto: Imago, imago)

Handball | Bundesliga Eulen Ludwigshafen: Handballwunder 3.0?

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Nach dem dramatischen Saison-Endspurt und dem in allerletzter Sekunde verhinderten Abstieg kann das Ziel bei den Eulen Ludwigshafen erneut nur Klassenerhalt heißen. Der Teamcheck.

So lief die vergangene Saison

Unglaublich – um es mit einem Wort auszudrücken. Den ersten Punkt gab es am achten Spieltag, nach einem 26:26 gegen den TVB Stuttgart. Erst Mitte November, am 13. Spieltag, gelang der erste Sieg gegen Leipzig. Die Vorrunde beendete man als Tabellen-Letzter mit vier Punkten Rückstand auf den Drittletzten VfL Gummersbach. Spätestens Ende Februar, nach dem 18:27 beim Vorletzten SG Bietigheim, glaubte niemand mehr an einen Verbleib in der Eliteklasse. Auch viele der Beteiligten nicht. Als dann vier Spieltage vor Saisonende der Abstand auf den rettenden Platz 16 auf 6 Punkte angewachsen war, schien der Abstieg besiegelt. Doch dann begannen die verrückten Wochen der Eulen. Das Team von Benjamin Matschke holte unglaubliche 7 Punkte aus den letzten vier Spielen, also genauso viele wie in 30 Spieltagen zuvor. 23:23 gegen Stuttgart, 23:22 gegen den Bergischen HC, dann der sensationelle 29:26 Sieg bei den Rhein Neckar Löwen. Schließlich kam es am letzten Spieltag zum Showdown. Und mit freundlicher Unterstützung der Konkurrenten Bietigheim und Gummersbach, die das gewünschte und auch notwendige Unentschieden lieferten, gelang den Eulen tatsächlich in allerletzter Sekunde der Siegtreffer gegen Minden. 31:30, das Wunder war geschafft.

Wer kommt, wer geht

Schon im April war klar, dass Spielmacher Alexander Feld die Eulen in Richtung Wetzlar verlassen wird. Für ihn haben die Ludwigshafener Dominik Mappes vom HC Erlangen verpflichtet. Dort war der 24 Jährige,  auch wegen der großen Konkurrenz auf dieser Position, nicht mehr gefragt. Auch für den nach Zagreb abgewanderten Torhüter Matej Asanin (war von Sporting Lissabon ausgeliehen) wurde ein vielversprechender Ersatz verpflichtet. Martin Tomovski ist zwar erst 22 Jahre alt, hat aber bei Metalurg Skopje bereits drei Jahre lang internationale Erfahrung gesammelt. In der letzten Champions League Saison war er Nummer 1, seit 2018 spielt Tomovski auch für die nordmazedonische Nationalmannschaft.  Neu bei den Eulen ist ebenfalls U 21 Nationalspieler Max Neuhaus, der zuvor für die zweite Mannschaft des SC Magdeburg spielte. Der 19 Jährige, nominell auf der Mittelposition zu Hause, kann auch im rechten Rückraum eingesetzt werden. Dort fühlt sich auch der vierte Neuzugang der Eulen, Jannek Klein, am wohlsten. Der 20-jährige Linkshänder kommt vom FC Barcelona, wo er immerhin sechs Einsätze bei der ersten Mannschaft hatte. Beide, Neuhaus und Klein, könnten den nach Melsungen gewechselten Stefan Salger ersetzen.

Der Trainer 

Benjamin Matschke und die Eulen – eine perfekte Verbindung. Der 37 Jährige, zwischen 2007 und 2011 auch als Spieler für die Ludwigshafener aktiv, geht in seine insgesamt fünfte Saison als Coach,  kennt den Verein, die Abläufe und die handelnden Personen im Hintergrund. Was Matschke, der zwei Tage in der Woche, sozusagen als Ausgleich, noch als Lehrer Sport und BWL an der Carl-Theodor-Schule in Schwetzingen unterrichtet, noch auszeichnet - er spricht viel mit den Spielern, verliert auch in scheinbar aussichtslosen Situationen nie seinen Optimismus und ist ein glänzender Motivator. Die Eulen ohne Matschke, nur sehr schwer vorstellbar. Sein Vertrag in Ludwigshafen läuft noch bis 2020.

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Erwartungen an die kommende Spielzeit

Eine Prognose mit vielen Unbekannten und Konjunktiven. Wenn es gelingt, die Neuzugänge optimal zu integrieren, wenn das Verletzungspech nicht ganz so stark ausgeprägt sein sollte wie in der Vorsaison, dann könnte es trotz des schweren Auftaktprogramms (gegen die Rhein-Neckar Löwen, gegen Wetzlar, in Kiel und gegen Leipzig) - auch mit Unterstützung der fantastischen Fans in der Ludwigshafener "Eberthölle" - klappen mit dem Handball Wunder 3.0  

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