Rhein-Neckar Löwen feiern (Foto: Imago, imago/foto2press)

Handball | Rhein-Neckar Löwen Der Durst ist noch lange nicht gestillt

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Julius Richter und Johannes Kolb

Die Rhein-Neckar Löwen um Kapitän Andy Schmid unterstrichen beim 38:17-Sieg gegen den TBV Lemgo ihre Titelambitionen. Im ersten Spiel nach der Winterpause präsentierten sich die Mannheimer in Galaform.

Das gab's noch nie in der Handball-Bundesliga: Ein Vorsprung von 19 Toren schon zur Halbzeitpause. Die Rhein-Neckar Löwen fegten Lemgo in der ersten Hälfte von der Platte, führten nach 30 Minuten mit 23:4. In der zweiten Hälfte bauten sie die Führung zwischenzeitlich sogar auf 22 Tore aus. Der Spielmacher der Rhein-Neckar-Löwen, Andy Schmid, gerade erst zu Deutschlands Handballer des Jahres gekürt, hatte fast schon Mitleid mit dem Tabellenneunten aus Lemgo: "Wenn man sieht, dass da gar nichts zusammenläuft, dann hofft man fast schon, dass der Gegner irgendwie ins Spiel rein findet. Dass bei uns wirklich alles passt und beim Gegner gar nichts, das hab ich so in dieser Form noch nicht erlebt. Es ist ja nicht so, dass Lemgo Laufkundschaft ist, eigentlich spielen die eine richtig gute, stabile Saison."

Besser hätte der Start nach der Winterpause nicht sein können. Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Rhein-Neckar Löwen, hat dafür folgende Erklärung: "Vier Jungs sind mit Medaillen von der EM in Kroatien zurückgekommen (Anmerkung der Redaktion: Gold für Gedeón Guardiola mit Spanien; Silber für Mikael Appelgren, Andreas Palicka und Jerry Tollbring mit Schweden). Von daher war die Stimmung sehr gut, und wir haben auch gut trainiert. Mir war schon klar, dass wir ein gutes Spiel machen würden. Dass es dann so aussieht, damit konnte man natürlich nicht rechnen."

Der Hunger scheint nicht gestillt

Kantersiege wie diesen und mehrere Meistertitel in Folge kennt man aus der Fußball-Bundesliga vom FC Bayern München. Oliver Roggisch sieht aber keine Gemeinsamkeiten zum Fußball-Rekordmeister: "Ich glaube, man muss eher sagen, dass der THW Kiel der FC Bayern des Handballs ist. Wir würden gerne dahin kommen, keine Frage. Sportlich läuft’s gut, aber wir wissen auch, dass Kiel, gerade, was den Etat angeht, noch ein Stückchen vor uns ist."

Die Rhein-Neckar Löwen sind nach zwei Meistertiteln in Folge auch in dieser Saison das Maß der Dinge im deutschen Handball. Gejagt wird der Tabellenführer von den Teams aus Berlin, Hannover und Flensburg. Rekordmeister Kiel, jahrelang der Dauerrivale der Mannheimer, hechelt in dieser Bundesligasaison hinterher. Und der Hunger  der Löwen scheint nicht gestillt: "Wenn man das Gefühl mal hatte, die Meisterschaft zu gewinnen, dann macht das irgendwo süchtig", sagt Spielmacher Andy Schmid.

"Wir können jede Mannschaft in Europa besiegen"

In der Bundesliga kann momentan niemand dem Tabellenführer aus Mannheim das Wasser reichen, international sah das in den letzten Jahren allerdings anders aus. In der letzten Champions-League-Saison war im Achtelfinale Schluss für die Löwen, im Jahr davor schon in der Gruppenphase. In den nächsten drei Wochen stehen drei Champions-League-Spiele zusätzlich zur Bundesliga an: "Wir haben eine Qualität in der Mannschaft, mit der wir jede Mannschaft in Europa besiegen können. Aber wir wissen auch, dass es einige Mannschaften gibt, gegen die wir verlieren können. Punktverluste in der Champions-League-Gruppenphase tun nicht so weh, wie in der Bundesliga", so Andy Schmid.

Am Sonntag spielen die Rhein-Neckar Löwen in der Champions-League gegen Pick Szeged aus Ungarn. Im kommenden Ligaspiel geht es am 1. März gegen den TSV GWD Minden. Der Tabellenzwölfte aus Ostwestfalen wird dann wohl alles daran setzen, dass die Rhein-Neckar Löwen bei ihnen in der Halle keine weiteren Rekorde aufstellen.

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Julius Richter und Johannes Kolb
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