Uwe Gensheimer (Foto: IMAGO, imago1008447762h)

Handball | Bundesliga

Die Südwest-Bundesligisten vor dem Saisonstart

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Désirée Krause

Die neue Saison in der Handball-Bundesliga startet am Wochenende und die drei baden-württembergischen Topclubs aus Mannheim, Stuttgart und Göppingen sind wieder mit dabei. Ein Überblick über die Ausgangssituationen der Bundesligisten.

Rhein-Neckar Löwen

Aufbruchsstimmung herrscht bei den Rhein-Neckar Löwen. Das liegt sicher vor allem am womöglich wichtigsten Neuzugang: Trainer Sebastian Hinze. Auf ihren neuen Coach haben die Mannheimer lange gewartet. Bereits im Frühjahr 2021 war der Wechsel von Hinze eingetütet worden, seinen Vertrag beim Bergischen HC erfüllte der Löwen-Wunschtrainer aber noch. Jetzt ist er da und soll die Mannheimer gemeinsam mit seinem neuen Co-Trainer Michael Jacobsen zurück in die Spur bringen, nachdem sie den Anschluss zur Spitzengruppe der Liga verloren haben. Nach Tabellenplatz zehn in der vergangenen Saison soll und muss jetzt mehr kommen.

Besonders fehlen wird den Löwen dabei ihr Spielmacher Andy Schmid. Der Schweizer leitete das Spiel der Mannheimer zwölf Jahre lang, ist kaum wegzudenken aus dem Team. Sein Abgang tut weh, aber bereits letztes Jahr sicherten sich die Löwen das Riesentalent Juri Knorr als Schmid-Nachfolger. Nachdem er zu Beginn der letzten Saison noch nicht ganz zu seiner Form gefunden hatte, spielte Knorr eine stabile Rückrunde und will mehr Verantwortung übernehmen. Mit der Verpflichtung von Olle Forsell Schefvert (vorher HSG Wetzlar) ist aber auch ein zweiter Mittelmann da, der die große Schmid-Lücke füllen soll. Große Hoffnungen setzen die Löwen auch in Halil Jaganjac. Mit zwei Metern Größe und 103 Kilo Masse macht der kroatische Nationalspieler Eindruck. Im linken Rückraum, auf der Königsposition, will er angreifen. Neben ihm, auf Linksaußen, wird dann auch Uwe Gensheimer wieder auf dem Feld stehen, der lange wegen einer Achillessehnenverletzung ausgefallen war.

Spannend wird, ob die Rhein-Neckar Löwen den Umschwung schaffen und wieder zu den Top-Clubs der Liga zählen können. Sebastian Hinze wollte vor Saisonstart kein klares Saisonziel formulieren: "Wir wollen besser abschneiden als in der letzten Saison", so der neue Löwen-Coach. Geschäftsführerin Jennifer Kettemann sagt: "Wir spüren eine richtige Aufbruchsstimmung." Diese hoffen die Löwen in die neue Saison mitnehmen zu können, im ersten Spiel gegen die MT Melsungen wartet direkt eine schwierige Aufgabe auf die Mannheimer.

FRISCH AUF! Göppingen

Auf Platz fünf landete FRISCH AUF! Göppingen zum Abschluss der vergangenen Saison, ein Ergebnis mit dem man bei den Schwaben zufrieden war - und auf das man aufbauen will. Das Saisonziel heißt "oberes Tabellendrittel", außerdem spielt Göppingen in der European League. Finanziell haben sie in Göppingen durch ihren Hauptsponsor bessere Möglichkeiten als in der letzten Saison. Der Etat beträgt 6,5 Millionen Euro. Von dem müssen auch die Neuzugänge finanziert werden.

Einer davon steht im Tor. Marin Sego kommt aus Montpellier und soll mit seiner internationalen Erfahrung eine Ergänzung zu Daniel Rebmann sein. Um den schwerwiegenden Abgang von Kapitän und Abwehrchef Jacob Bagersted zu kompensieren, rückt Vid Poteko ins Team. Der slowenische Nationalspieler kennt das internationale Geschäft aus seiner Zeit bei den Top-Vereinen Brest und Celje und soll bei FRISCH AUF! eine Führungsrolle übernehmen. Außerdem ist unter anderem mit Jaka Malus ein weiterer Spielmacher an Bord, der deutsche Nationalspieler David Schmidt verstärkt den rechten Rückraum und mit der Verpflichtung von Gilberto Duarte ist Göppingen ein echter Coup gelungen. Der portugiesische Nationalspieler soll im halblinken Rückraum unterstützen, wo Sebastian Heymann nach seinem erneuten Kreuzbandriss noch einige Zeit fehlen wird.

Am Sonntag (04.09.) starten die Göppinger mit einem Gastspiel bei den Füchsen Berlin in die Saison. In der European League geht es ein paar Wochen später los. Spannend wird sein, ob der Göppinger Kader der Doppelbelastung standhält. Trainer Hartmut Mayerhoffer ist mit seiner Truppe, die in der Breite, aber auch in der Spitze verstärkt worden sei, absolut zufrieden.

TVB Stuttgart

Mit Platz 15 von 18 in der Handball-Bundesliga endete die Spielzeit 2021/22 für die Schwaben. Für die neue Saison haben sie sich mehr vorgenommen. Unter den besten zwölf Teams wollen sie landen, perspektivisch will der TVB zu den zehn besten Mannschaften zählen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die Stuttgarter ordentlich verstärkt.

Der prominenteste Neuzugang ist sicherlich Silvio Heinevetter. Der deutsche Toptorhüter, der zuletzt für die MT Melsungen gespielt hat, bringt viel Erfahrung aus unter anderem 204 Länderspielen mit. Er ist auf und neben dem Feld eine der bekanntesten deutschen Handballpersonalien. Neben ihm verstärken sich die Stuttgarter unter anderem mit Kreisläufer Oscar Bergendahl. Der Schwede wurde im Januar Europameister und dabei bester Defensivspieler der EM, ist also definitiv eine absolute Verstärkung für den TVB. Ivan Sliskovic kennt sich bereits im Schwabenland aus, der linke Rückraum-Spieler lief bereits für FRISCH AUF! Göppingen auf und wechselt jetzt vom FC Porto nach Stuttgart. Einen kürzeren Weg hatte Linkshänder Jan Forstbauer, der aus Hamburg zum TVB kommt. Mit Dominik Weiß verlässt ein Urgestein des Vereins die Schwaben, seit 2009 lief er für den TVB auf. Auch von einem ihrer Topscorer mussten sich die Stuttgarter verabschieden. Viggo Kristjansson wechselt zum Ligakonkurrenten aus Leipzig.

Zum Auftakt wartet direkt eine Mammutaufgabe auf den TVB. Beim Rekordmeister THW Kiel müssen sie sich als erstes beweisen, danach gehts für die Stuttgarter zu Hause gegen Erlangen. Das wird wohl eher ein Gradmesser. Nachdem sich der TVB in der Bundesliga etabliert hat, strebt er erstmals mehr als den Klassenerhalt an. "Man kann ja auch nicht sagen: Es soll ewig das Ziel bleiben, nicht abzusteigen", so Geschäftsführer Jürgen Schweikhardt.

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Désirée Krause

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