Spieler der SG BBM Bietigheim  (Foto: SWR)

Handball | Bundesliga Bietigheims letzte Hoffnung: das Abstiegsfinale gegen Gummersbach

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Wer verliert, steigt ab. Wenn die SG BBM Bietigheim am Sonntag auf den VfL Gummersbach trifft geht es um alles. Wenn es ganz dumm kommt, stehen anschließend zwei Verlierer auf dem Feld.

Man könnte es sich nicht spannender ausdenken: 33 Spiele sind gespielt und noch immer ist nicht geklärt, wer aus der Handball-Bundesliga absteigt. Am finalen Spieltag am Sonntag treffen dann mit der SG BBM Bietigheim und dem VfL Gummersbach auch noch zwei der drei potenziellen Absteiger aufeinander. Ein Spiel, das über Klassenerhalt oder Abstieg entscheidet.

Die Ausgangslage

Zwei Teams steigen ab. Auf dem letzten Platz 18 stehen aktuell Die Eulen Ludwigshafen mit 12:54 Punkten. Ein Rang davor, auf dem zweiten Abstiegsplatz, befindet sich aktuell die SG BBM Bietigheim mit 13:53 Punkten. Der glückliche Dritte ist vor dem letzten Spieltag der VfL Gummersbach mit dem gleichen Punkte-Konto wie die Bietigheimer, aber einem um 20 Tore besseren Torverhältnis.

Sollte das Spiel in Bietigheim allerdings unentschieden ausgehen - jede Mannschaft bekäme nur einen Punkt - und Ludwigshafen würde sein Spiel gewinnen, würden sogar Bietigheim und Gummersbach absteigen. In diesem Fall hätten nämlich alle drei Mannschaften gleich viele Punkte, Ludwigshafen würde jedoch aufgrund des besseren Torverhältnisses in der Liga bleiben.

Euphorie, Vorfreude und ein ganz fester Glaube an sich selbst

Bei den Spielern der SG BBM und ihrem Trainer Hannes Jón Jónsson überwiegt die Hoffnung und der Glaube an die eigene Stärke, damit es mit dem Klassenerhalt klappt. Zumal die EgeTrans Arena in Bietigheim voraussichtlich ausverkauft sein wird.

"Es ist das wichitgste Spiel der ganzen Saison", sagt Leitwolf Michael, genannt Mimi, Kraus: "Nicht nur für die SG Bietigheim, sondern ich glaube, das ist das spannendste Spiel in der ganzen Liga. Ich glaube, es gab noch nie in der Geschichte der HBL ein Spiel, in dem es um so viel ging". Trainer Jónsson ist sich sicher, dass er vor diesem Endspiel keinen seiner Männer mehr motivieren muss. Kapitän Patrick Rentschler glaubt zwar an die Qualität seines Teams, sieht die Chancen jedoch völlig ausgeglichen.

Spielt Hoffnungsträger Mimi Kraus?

Der 35-jährige Kraus wechselte im Februar vom TVB Stuttgart nach Bietigheim und sollte die Mannschaft als Führungspersönlichkeit zum Klassenerhalt führen. Ende Mai verletzte sich der Rückraumspieler jedoch am Oberschenkel und hat seitdem nicht mehr mit der Mannschaft trainiert. Sein Einsatz im Endspiel ist unwahrscheinlich, jedoch will der Weltmeister von 2007 nichts unversucht lassen.

"Ich werde alles dafür tun, damit ich zu Mindest zu einem Kurzeinsatz komme am Sonntag. Wer mich kennt, der weiß, dass ich für solche Spiele lebe", sagte Kraus: "Stand jetzt ist es leider so, dass ich wahrscheinlich nicht auflaufen werde, aber meiner moralischen Unterstützung können sich die Jungs sicher sein und ich werde wahrscheinlich am nächsten Tag keine Stimme mehr haben".

Ebner glaubt an den neuentdeckten Teamgeist

Für Bietigheims Torwart Domenico Ebner ist die Begegnung auch in persönlicher Hinsicht ein Endspiel. Er wird nach der Saison zum TSV Hannover-Burgdorf wechseln und sich am Sonntag von den Bietigheimer Fans und Mannschaftskollegen verabschieden. Seiner Meinung nach liegt der Druck eher auf Seiten der Gäste und der wiedererstarkte Teamgeist in seiner Mannschaft wird entscheidend für den Klassenerhalt sein.

"Hätten wir das vor der Saison gesagt, dass wir am letzten Spieltag immer noch die Chance haben, drin zu bleiben, dann hätten uns manche schon den Vogel gezeigt", sagt der 25-Jährige: "Wir haben im letzten halben Jahr so einen neuen Team-Spirit entwickelt, dass ich sicher bin, dass wir das Spiel am Sonntag gewinnen."

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