Die Spieler der HBW Balingen-Weilstetten stehen in einem Pulk zusammen. (Foto: Imago, imago images / Eibner)

Handball | Bundesliga Teamcheck HBW Balingen-Weilstetten: Die "Gallier" wollen die Klasse halten

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Nach einer zweijährigen Pause ist die HBW Balingen-Weilstetten zurück in der Handball-Bundesliga. Mit dem Blick nach vorne will sich die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle den Herausforderungen stellen.

So lief die vergangene Saison

Der HBW Balingen-Weilstetten gelang nach einem zweijährigen Intermezzo in der 2. Handball-Bundesliga der Aufstieg. 29 Siege in 38 Spielen, dazu in der eigenen Halle ungeschlagen. Balingen war in der vergangenen Saison das Maß aller Dinge in der 2. Bundesliga. Den Aufstieg machte das Team um Kapitän und WM-Fahrer Martin Strobel bereits am 36. Spieltag klar und verabschiedete sich am letzten Spieltag mit einem furiosen Sieg gegen den Tabellendritten aus Großwallstadt. Die Euphorie ist riesig - auch beim lange verletzen Strobel.

Wer kommt, wer geht?

Viel hat sich nicht getan im Kader der HBW. Bereits seit November 2018 stand fest, dass der bisherige Vize-Kapitän Tomáš Mrkva den Verein verlassen wird - ein herber Verlust für Balingen. Der 30-jährige Torhüter wechselte im Sommer zum Bergischen HC. Auch Linksaußen Matthias Flohr hat das Spielfeld verlassen und unterstützt ab sofort Chef-Coach Jens Bürkle als Co-Trainer.

Der dänische Torhüter Mike Jensen soll den abgewanderten Tomáš Mrkva ersetzen. Der 24-Jährige wechselt vom dänischen Erstligisten Nordsjælland Handbold auf die Alb und bekommt bei den "Galliern", wie sich die Balinger nennen, einen Zweijahresvertrag.

Handball-Bundesliga Die Neuzugänge in Balingen

HBW Balingen-Weilstetten Neuzugang Filip Taleski (Foto: Imago, Imago)
Filip Taleski (23 Jahre) wechselte überraschend zwei Tage vor dem ersten Saisonspiel von den Rhein-Neckar Löwen nach Balingen, um dort im linken Rückraum aufzulaufen. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Der zweite HBW-Neuzugang kommt ebenfalls von den Löwen: Vladan Lipovina. Der 26-jährige Rückraumspieler hat in Balingen einen Vertrag bis 2021 unterschrieben. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Torwart Mike Jensen (24 Jahre) wechselt von Nordsjælland Handbold nach Balingen und bleibt dort bis 2021. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen

Vladan Lipovina ist in den Augen von Cheftrainer Jens Bürkle der Königstransfer. Der Rückraumspieler aus Montenegro kommt vom Liga-Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen. Die HBW verpflichtet den 26-jährigen Linkshänder für die kommenden zwei Jahre. "Durch Lipovina haben wir einen großen Qualitätssprung nach vorne gemacht", sagte Bürkle im Gespräch mit SWR Sport. Auch Rückraum-Talent Filip Taleski wechselt aus Mannheim auf die Alb. Der 23 Jahre alte Nationalspieler aus Mazedonien spielte seit Januar 2017 für die Löwen in der Bundesliga und einigte sich mit seinem neuen Verein auf einen Vertrag bis zum Saisonende.

Der Trainer

Aufstiegstrainer Bürkle bleibt der HBW Balingen-Weilstetten erhalten. Nach dem Abstieg 2017 ersetzte der ehemalige Kreisläufer, der bereits von 2005 bis 2012 als Spieler in Balingen auf Torejagd ging, den glücklosen Isländer Rúnar Sigtryggsson. Schon 2006 hatte er die zweitklassigen Balinger zurück in die Bundesliga geschossen. Dieses Kunststück konnte er in der letzten Saison als Chefcoach wiederholen.

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere trainierte der studierte Sportwissenschaftler die DJK Rimpar und wurde 2014 und 2015 zum Trainer des Jahres gewählt. Nach einem Gastspiel beim Erstligisten TSV Hannover-Burgdorf kehrte Bürkle nach Balingen zurück.

Der Weg zum Klassenerhalt ist steinig. Darum stapelt Bürkle tief: "In dieser schwierigen Liga müssen wir uns auf unsere eigene Arbeit fokussieren. Wir wollen unter der Woche Gas geben und uns am Wochenende für unsere Anstrengungen belohnen." Umso mehr freut sich der 38-Jährige, dass er sein Team nicht komplett neu aufbauen musste: "Wir hatten diesen Sommer nur einen geringen Umbruch. Dafür bin ich dankbar, denn so ist die Mannschaft noch gut eingespielt."

Erwartungen an die kommende Spielzeit

Das Ziel ist klar: Klassenerhalt. "Für viele im Team ist mit dem Aufstieg in die Erste Liga ein Traum in Erfüllung gegangen. Wir sind als Mannschaft noch gut eingespielt aus der letzten Saison, das wollen wir nutzen. Wir sind wieder in der Ersten Liga, und das Ziel ist es, Teil dieser Liga zu bleiben", erklärt HBW-Kapitän Martin Strobel. "Den Erwartungen von Außen kann man nie gerecht werden. Wichtig ist es nur, wie das Team damit umgeht", fügt Bürkle hinzu.

Trotzdem müssen die Balinger bereits einen ersten Dämpfer hinnehmen. Im DHB-Pokal schieden sie in der ersten Runde gegen die HSG Wetzlar (28:36) aus. "Natürlich haben wir durch die Niederlage im Pokal einen kleinen Dämpfer erhalten. Aber es hat uns auch gezeigt, wie wir in Zukunft agieren wollen. Anschließend konnten wir uns noch mal konkret weiter vorbereiten", meint Strobel.

Die Klasse zu halten wird für die "Gallier von der Alb" ein hartes Stück Arbeit. Doch Strobel ist kämpferisch: "Wichtig ist, dass wir wie in der letzten Saison alles rausholen, was geht. Wir dürfen keine Angst vor dem Gegner haben und wollen selbstbewusst auftreten."

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