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Ein kleiner Fehltritt, ein kurzer Moment nur – doch für Stefanie Güter bedeutet das eine monatelange Auszeit. Die Linkshänderin des Handball-Bundesligisten Meenzer Dynamites erlitt vor vier Wochen nahezu Totalschaden im rechten Knie.

Kreuzband komplett gerissen, Außenband angerissen, Meniskus eingerissen. "Und die Kapsel ist leider auch komplett kaputt", erzählt die 31-Jährige, während sie bei Adrian Janz auf der Massagebank liegt. Der Mainzer Osteopath und Physiotherapeut bereitet das lädierte Knie auf die notwendige Operation vor. "Es ist wichtig, vor der OP Stabilität reinzubekommen und die Schwellung zu reduzieren", erklärt Janz.

Saison schon jetzt gelaufen

Stefanie Grüter wird den Bundesliga-Handballerinnen von Mainz 05 nicht mehr helfen können im Abstiegskampf – eine schmerzhafte Erfahrung, im doppelten Wortsinne. "Erste Bundesliga, das war für mich nochmal eine Ehre und eine Freude, das machen zu dürfen", erzählt die Linkshänderin sichtlich geknickt. "Jetzt wurde das einem durch so eine Verletzung genommen. Man fragt sich halt, wieso ausgerechnet jetzt, wo der Höhepunkt meiner Karriere gerade läuft? Wenn man das so sieht, da hat man schon einen Kloß im Hals. Das ist nicht schön.

Das Team leidet mit

Ihre Teamkollegin Kristin Schäfer kann sie bestens verstehen. Denn auch die Torfrau der Meenzer Dynamites erlitt einen Kreuzbandriss, ebenfalls im rechten Knie. "Die Zeiten, in denen es einem schlecht geht, gehen auch wieder vorbei", versucht die Mannschaftskapitänin zu trösten. "Ich habe auch viel positives aus der Verletzungszeit gezogen."

Schwere Knieverletzungen sind keine Seltenheit im Spitzen-Handball. Das Gelenk wird extrem belastet. "Das Knie spielt eine Schlüsselrolle", erklärt Osteopath Adrian Janz. "Denn es befindet sich halt zwischen zwei großen Gelenken, dem Sprunggelenk und dem Hüftgelenk. Und deshalb ist das Knie oft die leidtragende Stelle bei Sportlern."

Stefanie Güter will weiterkämpfen. Deshalb lässt sie sich operieren, geht dann die Reha-Zeit mit neuer Motivation an und hofft, dass die ihre Teamkolleginnen den Klassenerhalt schaffen. Denn mit 31 Jahren soll noch nicht Schluss sein mit ihrer Leidenschaft Handball – und nicht mit dem Traum namens Bundesliga.

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