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Ein verspäteter Saisonstart in der Handball Bundesliga (HBL) ist vom Tisch. Die neue Spielzeit soll wie ursprünglich geplant am 1. Oktober beginnen. Die Vereine hoffen dabei darauf, dass Zuschauern zugelassen werden. Ein Test dafür läuft gerade in Baden-Württemberg.

Die 20 Erstligisten einigten sich am Dienstag in einer Telefonkonferenz auf das Datum des Bundesliga-Starts. "Wir sind bei unserem Beschluss geblieben, wohlwissend, dass es nicht ganz unproblematisch sein wird, aber aus unserer Sicht gibt es keine Alternative", sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker im Gespräch mit dem NDR Hörfunk.

Hygienekonzept liegt den Vereinen vor

Ausschlaggebend war, dass bei einem verspäteten Start die Saison mit 38 Spieltagen nicht machbar wäre. Damit sind die Spekulationen um eine mögliche Verschiebung des Auftakts der Saison beendet. Zuletzt hatten Vertreter des deutschen Meisters THW Kiel und seines Rivalen SG Flensburg-Handewitt mit Verweis auf die Corona-Pandemie einen Start am 1. Januar ins Spiel gebracht. Die Frauen-Bundesliga beginnt bereits am 5. September. Das von der HBL ausgearbeitete Spiel- und Hygienekonzept liegt den Vereinen inzwischen vor. Darüber werde in den nächsten Tagen abgestimmt.

Spieler, Betreuer und Schiedsrichter werden dabei regelmäßig und umfassend auf das Coronavirus getestet. Die Klubs sind seit Dienstag berechtigt, weitere staatliche Hilfen zu beantragen. Diese Hilfe stammt aus einem Fonds in Höhe von 200 Millionen Euro, den die Bundesregierung unter anderem auch für den Profihandball geschnürt hat. Die Höchstsumme für einen betroffenen Verein beträgt 800.000 Euro.

Härtetest für Hygienekonzept beim Handball BW Cup

In Baden-Württemberg läuft gerade der Handball BW Cup, eine Art Testspiel-Serie für die Teams und das wirtschaftlich wichtige Hygienekonzept. Das Turnier, das an insgesamt fünf Spielorten in Baden-Württemberg ausgetragen wird, soll ein Testlauf für die mittelfristige Zukunft des Handballs in Deutschland sein. An jedem Spieltag sind bis zum 500 Zuschauer in der Halle zugelassen. Es spielen die Rhein-Neckar Löwen, Frisch Auf Göppingen, der TVB Stuttgart, HBW Balingen-Weilstetten, die SG BBM Bietigheim und die HSG Konstanz.

Zuschauer entscheidend für wirtschaftliches Überleben

Für viele Handball-Klubs hängt von den Zuschauern das wirtschaftliche Überleben ab. Dabei geht es nicht nur um die Einnahmen durch Ticketverkäufe und Catering. Auch viele Sponsoren könnten abspringen, wenn niemand ihre Werbung sieht. TV-Einnahmen spielen - anders als beispielsweise in der Fußball-Bundesliga - bei den meisten Handball-Klubs nur eine Nebenrolle. Lisa Hesßer, Geschäftsführerin der Eulen Ludwigshafen macht sich im Gespräch mit SWR Sport RP große Sorgen: Weniger Einnahmen durch Tickets, Sponsoring und TV-Gelder in der letzten Saison, gleichzeitig kommen höhere Kosten durch aufwendige Hygienemaßnahmen in der neuen Spielzeit auf die Pfälzer zu. Sie rechnet mit einer halben Million Euro weniger im Etat. Die Folgen sind noch nicht absehbar, zu viel ist im Moment ungewiss.

"Alle wissen, dass eine Vielzahl von Problemen auf die Clubs und die Clubverantwortlichen warten und dass die nicht mit dem Saisonstart behoben werden", sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker. "Wir haben eine ganz problematische und schwierige Saison vor uns." Nach derzeitigem Stand finden die Spiele vorerst ohne Zuschauer statt.

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