SG BBM-Trainer Markus Gaugisch und seine Spielerinnen in der Auszeit  (Foto: IMAGO, IMAGO / wolf-sportfoto)

Handball

Champions League: Bietigheim zu Gast bei Bukarests "Top-Handballerinnen"

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Marius Rinkel

Die SG BBM Bietigheim muss am Sonntag in der Champions League beim rumänischen Meister CSM Bukarest ran. Trainer Markus Gaugisch warnt vor allem vor der individuellen Qualität der Gegnerinnen.

Die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel der SG BBM Bietigheim in der Champions League (Sonntag, 25.09., 16 Uhr) lief nicht wie geplant. Nach der spontanen Absage des Bundesliga-Derbys gegen Neckarsulm am Mittwoch ging es für die SG BBM in die Trainingshalle anstatt zum Derby vor heimischer Kulisse. Zu viele krankheitsbedingte Ausfälle plagten die Neckarsulmerinnen - für Bietigheim-Trainer Markus Gaugisch nicht optimal.

"Wenn ich auf das Bukarest-Spiel blicke, wäre es gut gewesen, wenn wir etwas in der Hinterhand gehabt hätten, was ich im Wettkampf gerne probiert hätte", so Gaugisch über die Absage. "Es ist aber nicht schlimm. Das haben wir dann im Training gemacht. Das hat auch eine hohe Qualität bei uns."

Umstellung von Wettkampf auf Training

Schwieriger sei für sein Team die mentale Umstellung vom Wettkampf- in den Trainingsmodus gewesen. "Die Mädels waren den Tag über voll auf das Spiel fokussiert, dann kommt die Absage und du fährst mental ein bisschen runter und musst dann in ein normales Training", beschreibt der Gaugisch die Situation, die die Mannschaft trotz des ungeliebten Schnelligkeits-Trainings voll angenommen habe. "Die Mädels haben es abgerissen und gut gemacht."

Sahnetag gegen Budapest

Spätestens seit Mittwochabend liegt der Fokus auf CSM Bukarest. Die rumänischen Meisterinnen sind wie die Bietigheimerinnen mit zwei Siegen in die Champions League gestartet, wenn auch nicht ganz so imposant wie die SG BBM. Mit dem 40:20-Sieg gegen den Mitfavoriten Ferencváros Budapest am vergangenen Sonntag ließ Gaugischs Team aufhorchen. "Das Ergebnis gegen Budapest war nicht normal", so der 48-Jährige. "Es war von unserer Seite unfassbar gut. Das hat gezeigt, dass wir in der Champions League in jedem Spiel mithalten können."

In Bukarest muss sich Bietigheim aber auf eine andere Spielart des Gegners einstellen. "Es wir ganz anders, deutlich individueller", beschreibt Gaugisch, der neben den Bietigheimerinnen auch die deutsche Frauen-Nationalmannschaft trainiert, den Stil der Rumäninnen. "Vom Spielsystem ist es einfach gehalten. Nicht zu kompliziert, nicht zu große Handlungen, sondern individuelle Qualität. Ich finde, das ist schwerer zu verteidigen, als wenn man planen kann."

Individuelle Qualität bei Bukarest

Die Mannschaft ist laut Gaugisch gespickt mit "Top-Handballerinnen." Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Spielmacherin Grâce Zaadi, die im Sommer verpflichtet wurde. Für Gaugisch gehört sie auf ihrer Position zu den besten drei Spielerinnen weltweit. "Sie ist eine unglaublich schlaue Handballerin, die eigentlich alles kann." Dazu kommt mit Cristina Neagu eine vierfache Welthandballerin. Mit 34 Jahren gehört sie zu den älteren im Team, ist aber noch immer Weltklasse und schaffte es in der vergangenen Saison ins All-Star Team der Champions League. "Sie macht immer wieder unfassbare Dinge."

Besonders freut er sich auf die rumänischen Fans. Vor zwei Jahren wurde das Bietigheimer Auswärtsspiel in Bukarest wegen der Pandemie abgesagt. Beim Rückspiel in Ludwigsburg stiegen die Klickzahlen des Livestreams in den höheren Millionenbereich. Ein Indiz für das, was der SG BBM am Sonntag bevorstehen könnte. "Das ist geil. Das Interesse in Osteuropa am Frauen-Handball ist um einiges höher als in Deutschland. Ich freue mich darauf, dass wir jetzt mit dem Budapest-Sieg im Rücken hinfahren können und Bukarest vielleicht denkt: 'Hoppla, wer kommt denn da?'"

59. Pflichtspielsieg in Folge für Bietigheim?

Dass seine Mannschaft auch im Bukarester Hexenkessel bestehen kann, daran zweifelt Gaugisch nicht. "Wir sind Selbstbewusst genug, auch wenn es drumherum kracht nicht auf lieb und nett zu schalten, sondern noch eine Schippe draufzulegen."

Die Siegesserie, die die Bietigheimerinnen auf 59 Pflichtspielsiege in Folge schrauben könnten, ist dabei zweitrangig. "Für uns geht es nur darum, das Spiel zu gewinnen. Ob das jetzt der 2., 3., 5. oder 59. Sieg ist, ist eigentlich egal. Die Serie wird irgendwann reißen. Es gibt keine Mannschaft, die nie verliert. Davon geht die Welt nicht unter", blickt Gaugisch in die Zukunft. Trotzdem wäre es ihm am liebsten, wenn das gegen Bukarest noch nicht passieren würde. "Wenn wir die Serie noch ein bisschen ziehen können, wehre ich mich natürlich nicht dagegen."

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