Balingens Tudorovis im Zweikampf im Spiel gegen Erlangen. (Foto: IMAGO, IMAGO / Zink)

Handball | Bundesliga

Abstieg: Balingen-Weilstetten verabschiedet sich aus der Bundesliga

STAND
AUTOR/IN

Am letzten Spieltag der Handball-Bundesliga hat der HBW Balingen-Weilstetten mit 26:33 (14:17) in Erlangen verloren und steigt als Tabellenvorletzter in die 2. Bundesliga ab.

Tschüss. Aus. Das war's. Balingen-Weilstetten hat sich mit einer Niederlage aus der Bundesliga verabschiedet. Allerdings stand Balingen schon vor der Partie so gut wie sicher als Absteiger fest. Die HBW hätte auf den Drittletzten Minden zwei Punkte und 42 Tore aufholen müssen. Nun peilt das Team "mit dem kleinsten Etat in diesem Haifischbecken Bundesliga" (Trainer Jens Bürkle) den direkten Wiederaufstieg an - mit Jens Bürkle.

Denn aller Voraussicht nach wird der 41-Jährige auch kommende Saison die Verantwortung tragen. "Wir sind jetzt schon in den Planungen fürs nächste Jahr. Wir haben seit dem fixen Abstieg alles geprüft, was wir ändern können und was wir ändern wollen. Da wird es die kommenden Wochen Analysen geben. Aber ich gehe davon aus, dass ich bleibe", sagte Bürkle im Interview mit SWR Sport.

Abstieg nach drei Jahren Bundesliga

Im vorerst letzten Bundesliga-Spiel begegnete Balingen-Weilstetten dem HC Erlangen lange auf Augenhöhe. Nach einem Tief Mitte der ersten Halbzeit lag das Bürkle-Team jedoch plötzlich mit fünf Toren hinten. Bis zur Halbzeit kämpfte sich Balingen zwar wieder auf drei Treffer heran, doch in der zweiten Hälfte gab es für Balingen kaum noch was zu holen. "Wir haben uns dann kurz vor der Halbzeit noch einmal aufgerafft, aber letzten Endes war Erlangen heute zu gut." Nach drei Jahren Erstklassigkeit spielt das Team von der Schwäbischen Alb in der kommenden Saison wieder in der 2. Bundesliga. "Es haben zum Schluss Nuancen gefehlt", ärgerte sich Bürkle.

Balingen-Weilstetten liegt zur Halbzeit gegen Erlangen zurück

Balingen begann mit Spielern wie Patrick Volz und Elias Fügel auf den Außenpositionen, die während der Saison nicht so viele Einsatzzeiten bekommen hatten. Routinier Vladan Lipovina scheiterte zu Beginn zwar von der Siebenmeterlinie, doch es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der sich zunächst keines der Teams absetzen konnte. So stand es nach etwa zehn Minuten 4:4.

Danach leisteten sich die Balinger allerdings einige Unkonzentriertheiten und gerieten nach drei technischen Fehlern in Folge mit 5:8 in Rückstand. Balingen tat sich nun zunehmend schwer und musste die Erlanger nach 16 Minuten sogar auf 6:11 davonziehen lassen. In Überzahl konnte Balingen dann aus Ballgewinnen in der Abwehr zweimal Profit aus dem leeren Erlanger Tor schlagen und auf 9:12 verkürzen. Einen Drei-Tore-Rückstand (14:17) nahm die HBW dann auch mit in die Halbzeitpause.

HBW-Coach Bürkle fordert "mehr Emotionen"

Auch nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber aus Erlangen besser in die Partie und bauten ihre Führung in den ersten sechs Minuten auf 21:15 aus. Balingens Coach Bürkle nahm daraufhin eine Auszeit und forderte von seiner Mannschaft "mehr Emotionen in den letzten 20 Minuten dieser Saison". Doch wieder schlichen sich zu viele technische Fehler ins Balinger Angriffsspiel, sodass Erlangen mit einfachen Tempogegenstößen zum Erfolg kam und den Vorsprung auf 25:18 ausbaute.

Danach fing sich das Bürkle-Team wieder etwas und verkürzte auf 22:26. Beim Stand von 22:28 kam es dann zu einer Schrecksekunde. Beim Wurf von Linksaußen wurde Oddur Gretarsson gefoult, knickte um und blieb am Boden liegen. Nach einer kurzen Behandlung konnte er allerdings humpelnd vom Feld. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Lipovina sicher. In Überzahl kam Balingen dann zwar noch einmal auf vier Tore zum zwischenzeitlichen 24:28 heran, mehr war für Balingen aber nicht drin.

Balingen-Weilstetten hofft auf direkten Wiederaufstieg

In seinem vorerst letzten Bundesliga-Spiel hätte sich das Bürkle-Team gerne mit einem Sieg verabschiedet, am Ende war es eine 26:33-Niederlage. Rechtsaußen Elias Fügel spielte zum ersten Mal in der Bundesliga durch und erzielte bei vier Versuchen vier Treffer. Nach der Partie sagte der 19-Jährige: "Schön für mich selber, aber wir wollten uns eigentlich mit einem Sieg verabschieden. Das hat leider nicht geklappt. Aber wir wollen alles geben, dass wir nächste Saison direkt wieder aufsteigen."

TVB Stuttgart gewinnt, Göppingen und Rhein-Neckar Löwen verlieren gegen Top-Klubs

Einen Sieg zum Abschluss einer durchwachsenen Saison feierten die Stuttgarter Handballer. Gegen Melsungen drehte der TVB einen 10:11-Pausenrückstand und gewann mit 28:25. Das Team von Roi Sánchez beendete die Saison auf dem 15. Tabellenplatz.

Frisch auf Göppingen blickt trotz Niederlage am letzten Spieltag beim THW Kiel auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück. Die Schwaben spielen dank des fünften Rangs in der kommenden Saison international. Daran änderte auch die 35:42-Pleite beim Tabellenzweiten aus Kiel nichts mehr.

Einen besonders emotionalen Nachmittag erlebten die Rhein-Neckar Löwen. Bei der 34:37-Niederlage beim Meister Magdeburg machte Andy Schmid sein letztes Spiel für die Löwen. Nach zwölf Jahren verlässt der Spielmacher den Verein, der die Saison auf einem enttäuschenden zehnten Rang beendete.

Mehr zum Handball

Stuttgart

Handball | TVB Stuttgart Trotz Niederlage gegen Lübbecke: TVB sichert Klassenerhalt

Am 32. Spieltag der Handball-Bundesliga hat der TVB Stuttgart gegen den Tabellenletzten TuS N-Lübbecke mit 29:31 (12:15) verloren. Trotz der Niederlage im Kellerduell haben die Stuttgarter Grund zu feiern: Weil Balingen-Weilstetten beim frischgekürten Meister Magdeburg ebenfalls verlor, ist der Klassenerhalt des TVB gesichert.  mehr...

Mannheim

Handball | Rhein-Neckar Löwen Gensheimer bleibt bis 2024 ein Löwe

Kapitän Uwe Gensheimer bleibt für mindestens weitere zwei Jahre beim Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.  mehr...

Mannheim

Handball | Rhein-Neckar Löwen Die Löwen verabschieden einen der besten Spielmacher seiner Zeit

Zwölf Jahre lang spielte Andy Schmid für die Rhein-Neckar Löwen. Er führte sie zu zwei Meisterschaften und einem Pokaltitel. Nun kehrt der Schweizer in seine Heimat zurück.  mehr...

STAND
AUTOR/IN

Mehr Sport

Berlin

Turnen | Finals Elisabeth Seitz: Rekordmeisterin vorerst nur Teilzeitkraft

Als "Teilzeitturnerin" hat sich die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz bei den Finals in Berlin vorsichtig zurückgemeldet. Die nach-olympische Saison ist für die Stuttgarterin eher ein Zwischenjahr.  mehr...

Ulm

Basketball | ratiopharm Ulm Neuer Trainer bei ratiopharm Ulm: Anton Gavel übernimmt

Die Bundesliga-Basketballer von ratiopharm Ulm haben einen neuen Trainer. Der gebürtige Slowake Anton Gavel folgt auf Jaka Lakovic, der den Verein auf eigenen Wunsch verlassen hatte.  mehr...

London

Tennis | Wimbledon Tennisspielerin Nastasja Schunk in Wimbledon: Eine Frau will nach oben

Nastasja Schunk steht in der Hauptrunde des prestigeträchtigsten Tennisturniers der Welt: Wimbledon. Jetzt will die 18-jährige Altriperin (Rhein-Pfalz-Kreis) mehr.  mehr...