STAND

Handball-Weltmeister, Silber bei den Olympischen Spielen - doch seinen größten Sieg errang Handballer Arnulf Meffle gegen einen inneren Gegner - den Krebs.

Arnulf Meffle war mit 20 Jahren der Jüngste im Team des Handball-Weltmeisters von 1978. Der Linkshänder vom badischen Zweitligisten TUS Schutterwald war eine der Entdeckungen des Turniers. Im Team von Trainer Vlado Stenzel hatte er einen Stammplatz bei dieser WM -  neben Stars wie Heiner Brand, Joachim Deckarm und Erhard Wunderlich. Im Finale bezwang die deutsche Mannschaft den hohen Favoriten UDSSR mit 20:19.

270 Bundesligaspiele bestritt Meffle und holte neben dem WM-Titel auch noch Silber bei den Olympischen Spielen in Los Angeles. Bis 2009 arbeitete er als Realschullehrer für Mathe und Sport. Dann der Tiefschlag: Bei einer Untersuchung durch den Hausarzt stellte sich heraus: Meffle hat Leukämie - unheilbaren Blutkrebs.

Noch zwei Jahre Lebenserwartung

Mehr als drei Jahre lang durchlief Meffle unzählige Chemotherapien und Immunbehandlungen. Im Herbst 2012 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand dramatisch. Ohne eine Stammzellentransplantation gaben ihm die Ärzte noch zwei Jahre Lebenserwartung.

Erst im Herbst 2012 machte Meffle seine Erkrankung öffentlich. Sofort waren seine Weltmeisterkollegen bereit, bei Typisierungsaktionen zu helfen, um einen Stammzellenspender zu finden – einen exakten genetischen Zwilling. Im Januar 2013 wurde ein Spender gefunden und Meffle entschied sich sofort zur Transplantation – trotz großer Risiken.

Eine Spende rettet sein Leben

Die Stammzellentransplantation war erfolgreich. Bei Arnulf Meffle ging es nach anfänglichen Rückschlägen permanent bergauf. Seinen Spender durfte er vorerst nicht kennenlernen. Erst drei Jahre nach der Transplantation gab es die erste Begegnung. Ein Moment von größter Emotionalität.

Arnulf Meffle gilt mittlerweile als geheilt. Ins Krankenhaus muss er nur noch zu halbjährigen Routineuntersuchungen. Nachdem er bei Krankheitsbeginn in den Vorruhestand versetzt wurde, ist er jetzt sogar wieder in seinen alten Beruf als Realschullehrer im badischen Neuried zurückgekehrt.

STAND
AUTOR/IN