Martin Strobel verabschiedet sich von der Handball-Bühne. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Abschiedsspiel Martin Strobel

"Genialer Handballer, unglaublicher Mensch": Strobels emotionaler Abschied

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Der ehemalige Handball-Nationalspieler Martin Strobel hat in Balingen seinen emotionalen Abschied gefeiert. Seine einstigen Mitspieler und Trainer würdigten ihn und seine Karriere. Die Einnahmen des Abends gehen an die Deutsche Kinderkrebsnachsorgeklinik (DKKN) in Tannheim.

Am Ende stand Martin Strobel, 36, im Mittelkreis seines "Wohnzimmers", wie er die Arena in Balingen nennt, und bedankte sich. Ehemalige Mitspieler, Trainer und die 2.300 Zuschauer in der ausverkauften Halle hatten sich von ihren Plätzen erhoben, um Strobel und seine Karriere mit Applaus zu würdigen. Aber er ließ sich nicht nur beklatschen, er applaudierte auch zurück. "Ich bin unglaublich dankbar für die lange Zeit als Spieler, dass die Menschen hierhergekommen sind und dass die Spieler lange Reisen auf sich genommen haben."

Viele Handball-Stars sind bei Strobels Abschied dabei

28:27 gewann das "Team Martin Strobel" gegen den Zweitliga-Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten. Strobel erzielte vier Treffer. "Er hat all seine Moves ausgepackt, die ihn stark gemacht haben", sagte Markus Baur, der die All-Star-Truppe gemeinsam mit Rolf Brack coachte. Neben Strobel standen aktive Stars wie Silvio Heinevetter, Hendrik Pekeler, Uwe Gensheimer oder Steffen Weinhold, aber auch ehemalige Topspieler wie Michael "Mimi" Kraus oder Christian Zeitz auf dem Parkett.

"Immer fleißig, fokussiert, freundlich, gut gelaunt, ein richtig guter Handballer."

Martin Strobel - "genialer Handballer und Teamplayer"

Dass sie alle nach Balingen gekommen sind, spricht für Strobel. "Er ist ein genialer Handballer und charakterlich ein Teamplayer. Er hat jeden aus der Mannschaft integriert. Er ist jemand, der nicht immer so viel gesagt hat, aber wenn es darauf ankam, hatte sein Wort großes Gewicht", sagte Gensheimer, der schon in der Jugend mit Strobel zusammen gespielt hatte. "Wenn ich Spieler benennen müsste, mit denen ich am liebsten gespielt habe, hätte Martin einen Platz unter den Top drei inne", sagte Kraus. "Er ist ein Weltklasse-Mittelmann und was er als Mensch auf die Lebensplatte gebracht hat, ist unglaublich. Man muss ihn einfach mögen."

"Der Martin kann natürlich aus sich rausgehen, nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in der dritten Halbzeit. Das muss man ganz klar sagen."

EM-Titel und Olympia-Bronze 2016

Strobel ist der beste Handballer, den der HBW Balingen-Weilstetten hervorgebracht hat. Von 2005 bis 2008 und von 2013 bis 2020 spielte der gebürtige Rottweiler für den Club von der Zollernalb, dazwischen lief er für den TBV Lemgo auf. Seine größten Erfolge mit der Nationalmannschaft feierte er 2016 mit dem EM-Titel und Olympia-Bronze. Er habe viele "extrem tolle Momente" in Erinnerung, sagte Strobel. "2016 war ein Riesenjahr mit der Europameisterschaft und Bronze bei Olympia." Aber auch die Menschen in Balingen und wie sich der Verein entwickelt habe, bedeuteten ihm sehr viel.

Stilles Karriereende im Sommer 2020

Bei der Weltmeisterschaft 2019 verletzte er sich schwer am Knie, riss sich das vordere Kreuzband und Teile des Innen- und Außenmeniskus. Auch das Innenband und der Knorpel waren beschädigt. Er arbeitete hart, um wieder zurückzukommen. Anfang 2020 kündigte er an, dass er seine Karriere nach der Saison beenden würde. Die Olympischen Spiele in Tokio hätten der krönende Abschluss seiner Laufbahn werden können, doch weil sie wegen Corona um ein Jahr verschoben wurden und auch die Saison in der Handball-Bundesliga vorzeitig abgebrochen wurde, hatte Strobel im Sommer 2020 einen eher stillen Abgang. Umso mehr freute er sich, dass er nun einen würdigen Abschied feiern durfte.

"Das letzte mal hier ins Wohnzimmer reinzulaufen, das war schon ganz besonders."

Studium neben der Profikarriere

Während seiner Zeit als Handballer hat Strobel Internationales Management studiert. Jetzt unterrichtet er Unternehmen darin, wie gute Teamarbeit funktioniert. Er, der als mannschaftsdienlich galt, als Denker und Lenker auf dem Platz stets seinen Nebenmann sah. "Er hat Vorbildfunktion für alle, dass man neben dem Profisport, wenn man nicht Fußballer ist, auch was für den Kopf machen soll. Das ist bei ihm hervorragend gelungen", sagte Rolf Brack, sein ehemaliger Trainer in Balingen.

Martin werde sich weiterhin fit halten, sagte sein Bruder Wolfgang Strobel. "Aber Handball, das war wirklich das letzte Mal."

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